Donnerstag, 16. September 2010

Level 2: Vietnam

Vorneweg muss ich erst mal schreiben: ich bin erleichtert, die ersten beiden Tage in Saigon ueberstanden zu haben. Denn wer jetzt glaubt, dass man hier so ein bisschen Sightseeing macht, entspannt durch die Stadt spaziert und sich dann vielleicht gemuetlich in einen Park setzt, hat weit gefehlt (wie ich).
Als ich ankam, fiel mir zuerst die wohl offensichtlichste Schwierigkeit auf: der Verkehr. Stellt euch einfach den Rushhour-Verkehr einer Grosstadt vor. Dann habt ihr etwa die Menge der Verkehrsteilnehmer. Dann 3 Informationen: in Vietnam wird rechts gefahren; meistens. Das groessere Fahrzeug hat immer Vorfahrt. Ampeln und Verkehrspolizisten sind kein Gesetz, sondern eine grobe Richtlinie (Funfact hinterher: Saigon beinhaltet 9 Mio Einwohner und 10 Mio Mopeds - und die meisten von denen scheinen nonstop unterwegs zu sein). Ausserdem gilt man scheinbar als unhoeflich, wenn man laenger als 30 Sekunden die Hupe nicht betaetigt, es gibt also schonmal nur hoefliche Menschen in Saigon.
Als ich aus dem Bus, den ich vom Airport aus genommen hatte, ausstieg, war nach 100m auch schon gleich eine dieser grossen furchteinfloessenden Strassen im Weg. Ich schnappte mir also einen Einheimischen, und folgte ihm dicht ueber die Strasse.
Und es funktioniert tatsaechlich: wenn man einfach langsam vorwaerts geht, fliesst der Verkehr dynamisch um einen herum. Machte irgendwie Spass :D
Ich folgte der Karte meines Lonely Planets, bis ich schliesslich ungefaehr dort angekommen war, wo ich mein Hostel vermutete, aber als ich gefragt wurde, wo ich hinwollte, musste ich erfahren, dass es dieses Hostel gar nicht mehr gab. Was fuer ein Zufall, dass die nette Dame aber ein anderes Hotel kannte, welches guenstig war.
Naja, immerhin war es wirklich guenstig, also checkte ich fuer erstmal eine Nacht ein.
Danach versuchte ich einen meiner Erkundungsspaziergaenge durch die Stadt, was aber im Prinzip ein staendiges Abschuetteln von Menschen war, die mir Buecher, Blumen oder Feuerzeuge verkaufen wollten, oder mich unbedingt mit ihrem Mofa oder Taxi irgendwo hin fahren wollten.
Es gibt naemlich 2 offiziell anerkannte Zeichen in Vietnam:
1) Westliches Aussehen (je blonder die Haare, desto starker das Signal) bedeutet: "Ich habe Geld und will diesen getrockneten Oktopus gerne kaufen. Danach moechte ich liebend gern dort drueben hingefahren werden, weil ich mir unbedingt noch einen Teppich und eine Haengematte zulegen will. Achja: ihr Hotel moechte ich bitte buchen und anschliessend hier essen gehen - vielen Dank"
2) Rucksack auf dem Ruecken (je groesser, desto dringender): "Schaut mich alle an, ich habe keine Unterkunft. Bitte, bitte, bietet mir doch ein Hotelzimmer an, auch wenn ich sage, nein danke, ich habe schon gebucht. Achja: dieser Oktopus sieht interessant aus"
Ich kam also bald wieder in mein Hotel zurueck, wo ich dann auch meine beiden Zimmernachbarn kennenlernte: eine Japanerin und Bo, einen Amerikaner. Wir unterhielten uns etwas und Bo und ich entschieden dann, noch einen Trinken zu gehen, das kann ich mir ja zum Glueck in Vietnam wieder leisten!
Er war allerdings ein bisschen komisch, erinnerte mich irgendwie an einen Junkie (wunderte mich nicht besonders, als er dann tatsaechlich Gras und Koks kaufte). Am naechsten Morgen checkte ich dann wieder aus, weil ich ein anderes Hotel gefunden hatte, was etwas teurer war, aber viel besser. Erst hatten Bo und ich vorbeghabt, uns das Zimmer zu teilen, um Geld zu sparen, aber ich hatte nachdem ich ihn naeher kennengelernt hatte kein besonders grosses Interesse mehr daran und als ich ihn am naechsten Morgen weckte und darauf ansprach, brummte er mich nur an, er hatte es also wohl auch nicht mehr vor. Das Dumme an der Situation war leider nur, dass ich schon ein Pfand von etwa US$10 fuer das Zimmer baezahlt hatte, und selbst als ich 10 Minuten spaeter wiederkam und sagte, ich wolle das Zimmer doch nicht, wollte der Rezeptionist mein Geld natuerlich nicht rausruecken. Ich sagte ihm dann, er solle wen anders da einbuchen und wenn ich wieder kaeme, wollte ich das Pfand wiederhaben, womit er auch einverstanden war (fuer den Fall, dass er jemanden faende).
Ich wollte an dem Tag dann eigentlich eine Sightseeing Tour durch die Stadt machen, stattdessen geriet ich dann fast in einen Gluecksspielbetrug, wo ich mich aber zu Glueck noch entfernen konnte und zwar in Begleitung meines Geldes - ich haette nicht gedacht, dass man so schnell in sowas reingeraten koennte, gerade weil ich mich eigentlich schon recht misstrauisch finde.
Am Abend ging ich dann in das Hotel zurueck und fragte nach meinem Pfand, aber er hatte niemanden gefunden. Allerdings fand ich dann eine Chinesin, die auch sparen wollte, und so teilten wir uns dann das Zimmer und mein Geld war doch nicht verloren.
Den naechsten Tag verbrachte ich dann wirklich mit Sightseeing, was aber nicht besonders aufregend war, von ein oder zwei ganz netten Parks und dem Verkehr abgesehen.
Am Tag darauf entschied ich mich dann fuer den ultimativen Kick: Moped fahren lernen im Rushhour-Verkehr von Saigon (aber ich habe den Verdacht, in Saigon ist immer Rushhour). Und nicht nur das, natuerlich musste Carrie, die Chinesin mitfahren, was das ganze Unterfangen technisch nicht gerade einfacher machte (mal ganz abgesehen von dem psychischen Druck, denn einen Unfall wollte ich jezt erst recht nicht bauen).
Aber dank guter Reflexe ... (der Vietnamesen :P) kam es innerhalb der ersten 5 Minuten fast wider Erwarten zu keinem Unfall und danach hatte ich den Bogen raus.
Eigentlich wollten wir den Fluss erkunden, aber der stellte sich nur als truebe braune Bruehe heraus, und Ufer waren nicht vorhanden. Ein Fehlgriff also.
Weil ich es mir in den Kopf gesetzt hatte, ein paar Brocken Vietnamesisch zu lernen, fuehrte uns der naechste Weg dann zur Uni, wo aber gerade so massiv umgebaut wurde, dass nichts zu finden war. Die Vietnamesen vor Ort konnten uns auch nicht helfen, weil die kein Englisch sprachen - was fuer eine Ironie.
Natuerlich fiel in gerade diesem Moment dem Wetter ein, dass ja noch Regenzeit ist und es beschloss, dass ein Monsun jetzt genau das richtige waere - da oben hatte jemand wirklich Humor.
Wir wollten erst auf ein Ende warten, aber nach einer Stunde gaben wir auf, denn Carrie musste zum Flughafen. Als die Vietnamesen sahen, was wir vorhatten, kramten sie uns so Muellsack-artige Regenponchos raus, damit wir nicht so nass wuerden - wieder einmal war ich von der Gastfreundlichkeit etwas ueberrascht!
Nach Hause ging es dann halb blind, weil der Regen so stark war, dass ich die Augen kaum aufmachen konnte und auch das Moped musste beweisen, dass es durch Fluesse fahren konnte, die frueher mal eine Strasse gewesen waren, aber wir kamen rechtzeitig und unversehrt an.
Tja, der naechste Tag lief dann etwas ruhiger ab, und da entschied ich mich spontan, als ich an einem Reisebuero vorbei lief, dass ich mal so eine Tagestour mitmachen wollte (~5€: dass das schon meine Schmerzgrenze kitzelte macht mich gleichzeitig nachdenklich und stolz. Aber 140000 VND klingt da schon etwas furchteinfloessender, oder? ;-). Ausserdem haben meine etwa 100€ Startkapital selbst nach Tag 6 noch Bestand, nach Malaysia muss ich mich halt etwas zusammen reissen).
Die, die ich waehlte, schliess den Besuch in einem Tempel und einem alten Vietcong-Lager ein.
Der Tempel entpuppte sich als ziemlich interessant und auch die Religion, ein Mix aus Hinduismus, Thaoismus, Buddhismus und Katholizismus (ich glaub, eine mehr war noch drin), war, sagen wir, ziemlich kreativ.
Im Vietcong-Lager lernten wir dann etwas ueber den Vietnamkrieg aus der Sicht Vietnams (Propagandavideo inklusive), durften durch einen nachgebauten Kriegstunnel kriechen (100m lang und etwa 50cm hoch), durch den ich an der engsten Stelle auf Ellenbogen und Knien gerade noch durchpasste - und der war doppelt so gross, wie der eigentliche Tunnel. Das war eine Taktik der Vietnamesen, denn da die recht klein sind, passten ihre Soldaten da durch, die Amerikaner blieben stecken.
Wir schauten uns dann noch ein paar furchteinfloessende Fallen an und anschliessend war es uns erlaubt, wenn wir uns die horrend teure Munition leisten konnten, mit originalen Gewehren aus dem Vietnamkrieg auf Zielscheiben zu schiessen.
Ich hatte gerade noch genug Geld fuer 2 Patronen der AK-47 uebrig, das wollte ich mir aber auch nicht nehmen lassen.
Zuerst mal ist es Wahnsinn, was das Ding fuer einen Rueckstoss hat. Waere das Gewehr nicht aufmontiert gewesen, haette mich das sicher gut umgehaun. Dann aber das Zielen fand ich gar nicht so schwer, ich wurde sogar gefragt, ob ich schon Erfahrung im Schiessen haette, was ich als (zumindest zukuenftiger) Kriegsdienstverweigerer aber verneinen musste ;-).
Nachdem wir danach dann so komische Wurzeln gegessen und Tee getrunken hatten, gings auch wieder zurueck, sogar bis fast vor die Haustuere.
Und gleich ziehe ich los, um zu entscheiden, ob ich in Saigon noch etwas bleiben will oder es vielleicht morgen schon weiter geht - ich habe gelernt, die Spontanitaet ein wenig mehr zu schaetzen ;-).
Bis dann

Hinten dran: Ich habe mal ein Votingsystem eingebaut fuer alle, die keine Lust haben, Kommentare zu schreiben. Klickt einfach auf den/die jeweiligen Button(s) und fertig ist euer Voting. Das koennt ihr auch bei aelteren Posts machen. Ich freu mich ueber jede Rueckmeldung :-)

Donnerstag, 9. September 2010

Vietnam. Erste Hürde: das Visum

Da bin ich mal wieder, und diesmal muss ich über ernstere Sachen schreiben, als schnorcheln oder Essen etwa.
Das nächste Ziel auf meiner Reiseroute ist nämlich Vietnam, jedenfalls war das mein Plan. Den Flug zu buchen war auch relativ kurzfristig überhaupt kein Problem, ich hatte sogar noch einen recht günstigen erwischt.
Bisher waren auch die Visa als deutscher überhaupt kein Problem: an der grenze vertraute ich den Beamten kurz meinen Reisepass an und Sekunden später war Auch schon der Stempel drin.
Weil Vietnam aber ein sozialistischer Staat ist, sieht das mit dem Visum etwas anders aus:
Hier muss man eines in der botschaft beantragen und das dauert dann mindestens 3 Tage, bis man sich das dort dann abholen kann. Als ich aus den CH kam wollte ich das also auch gleich tun, leider waren die beiden Tage, an denen ich wieder in KL war ein Samstag und ein Sonntag, und am Wochenende ist die Botschaft geschlossen...
Also musste ich warten, bis ich aus Borneo wieder zurück war.
Nachdem ich also von meiner 24h Reise am Abend ankam, goennte ich mir daher keinen erholungsschlaf, sondern stellte mir meinen Wecker auf 7:00. Früher Vogel fängt eben den Wurm, und ich wollte ganz sicher gehen, nicht zu spät zu sein.
Ich war dann auch einer der ersten, durfte aber gleich wieder gehen, um Passfotos zu machen, die für das Visum nämlich benötigt wurden.
Also wieder zurück in die Stadt, warten bis die Geschäfte aufmachen, und dann konnte ich 2-3std später mit meinem Foto bewaffnet wieder zurück zur Botschaft.
Soweit lief ja alles noch ganz gut. Dann allerdings musste ich erfahren, dass ich mich offenbar mit der Zeit etwas verrechnet hatte, denn die Frau am Schalter bat mich, dann am Montag mein Visum abzuholen!
Mein Flug ging aber am Samstag.
Jetzt hatte ich ein Problem, welches ich ihr dann auch schilderte. Sie konnte dazu ncht viel sagen, aber bat mich, ein paar Minuten zu warten. Ich wurde dann wenig später wieder zum Schalter gerufen und sie erklärte mir, dass ich am Freitag schon wiederkommen könne, und sie würde dann gucken, ob sie da was machen könnte.
Das klang shonmal gar nicht schlecht, wenn mir auch sehr unwohl war, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte, falls es dann doch nicht klappte!
So blieb mir nichts anderes übrig, als die 2 Tage zu warten und dann am Freitag morgen wieder zu kommen.
Ich stand dann am Freitag wieder in der frühe auf und ging mal ausnahmsweise zu McDonald's, um mir Frühstück zu holen, denn unter der Woche hatten die ein sehr günstiges Menü im angebot.
Da kam dann der schreck: es war teurer, da dieser Freitag ein Feiertag war.
Das hieß für mich also, dass auch die Botschaft geschlossen haben würde...!
Ich hoffte also tief, dass die Dame in der Botschaft das nicht vergessen hatte und ging mit einem flauen Gefühl im Magen (wobei das natürlich auch vom McDonald's Frühstück gekommen sein könnte) zur Botschaft.
Dort erblickte ich dann natürlich auch gleich das geschlossene stahltor, welches muh mit einem keine-Chance-Blick anstarrte. Ich fragte mich, wie ich den Beamten i
Inneren überzeugen sollte, mih rein zu lassen, das letzte mal war ich nämlich etwa ruppig und mit schlechtem englisch abgewiesen worden.
Ich drückte also die Klingel und zu meiner großen Überraschung ging das Tor gleich auf.
Als ich hinein ging, kam mir auch schon die Frau vom letzten mal entgegen und bedeutet mir, rein zu kommen.
Sie hatte also am Feiertag die Botschaft extra für mich geöffnet, um mir dann doch noch mein visum auszustellen!
Ich bedankte ich etwa tausend mal, und freute mich einfach riesig.
Nachdem jetzt alles so gut geklappt hat, freu ich mich einfach nur noch auf den Flug morgen, auch wenn es der 11. September und Malaysia ein überwiegend muslimisches Land ist ;)

Ps: ich geh jetzt meine unterwasserfotos abholen, hoffentlich sind die was geworden!
Pps: HIER koennt ihr jetzt auch ein paar Unterwasserbilder bewundern.

Montag, 6. September 2010

Underwater world

Wie schon erwaehnt, fuhr ich nach Semporna, um mich dort ein wenig unter der Wasseroberflaeche umzusehen. Dass es dort auch nicht viel mehr zu tun gab, wurde mir dann spaetestens bei der Ankunft klar, denn der Touristenbereich der Stadt beschraenkte sich auf unser Hostel und eine kleine Einkaufsstrasse. Den Strassenmarkt zaehle ich meinetwegen auch noch dazu, heute bin ich mal grosszuegig. Den ersten Tag verbrachte ich also, mich und ein etwas unbeholfenes polnisches Paerchen in das Hostel einzubuchen und uns anschliessend zu einer Schnorcheltour anzumelden. Nach einer kurzen Erkundung der Innenstadt, hatte ich auch schon gleich mein Lieblingsrestaurant gefunden, denn hier gab es gutes Essen zu einem bezahlbaren Preis und kostenloses Wifi :)
Dass die Bedienungen nur ein Minimum an Englisch verstanden, machte es das fuer mich nur um so spannender. Das Essen war eigentlich kein Problem, ich konnte ja auf der Karte zeigen was ich wollte, aber bei den Getraenken war das immer so eine Sache. Als ich mir zum Beispiel ein eisgekuehltes Wasser bestellte, bekam ich stattdessen einen chinesischen Tee, der aber auch lecker war.
Ein anderes Mal bestellte ich mir einen grossen O-Saft, weil die kleinen Glaeser immer so schnell leer sind und ich war ziemlich ueberrascht, als ich ploetzlich so einen 1-Liter-Oschi serviert bekam! Tja, wenn die gross sagen, meinen die eben auch gross ;)
An Tag 2 sollte es dann morgens zur Insel Malibu losgehen, das ist jetzt nicht die beruehmte Tauchinsel, sollte aber gerade zum Schnorcheln auch sehr gut sein (Tauchen auf der Insel Sipadan konnte ich mir beim besten Willen nicht leisten, gerade nachdem ich mir einen Kontoauszug geholt hatte).
Ausgeruestet mit Brille, Schnorchel, Flossen und Kamera (der aufmerksame Leser wird jetzt annehmen, ich sei nackt schnorcheln gegangen) stuerzte ich mich also in das glasklare Wasser vor der Insel Malibu.
Die Korallen konnten jetzt mit dem Great Barrier Reef nicht mithalten, waren aber trotzdem nicht schlecht. Stattdessen wimmelte es in diesem Gewaesser aber von coolen Tieren, die mir in Australien ein wenig gefehlt hatten: Schildkroeten, Seepferdchen, Aale, Tintenfische, Seesterne en masse und natuerlich eine nicht enden wollende Vielfalt an Fischen in den verruecktesten Farben und Formen.






















































Bei unserem 3. Tauchgang hiess es dann, dass wir eine Stunde Zeit hatten, das vorliegende Riff zu erkunden, dann wuerden wir wieder zurueck fahren. Ihr ahnt, was passierte: so begeistert von dem marinen Leben kam ich puenktlich zurueck, um mein Boot gerade noch Richtung Semporna davonrauschen zu sehen. In Australien hatten die da sehr strenge Listen, die man auch nach jedem Tauchgang immer unterschreiben musste, dass auch bloss keiner verloren geht, die Jungs hier schienen das nicht so ernst zu nehmen.
Zum Glueck lag aber noch ein 2. Boot der Firma am Dock, welches auch gerade abfahren wollte, die konnten mich dann mitnehmen.
In Semporna ging ich dann auch wieder schnurstracks in mein Restaurant und bestellte mir etwas, was sich irgendwie sehr schleimig anfuehlte, aber gut schmeckte (ich weiss nicht, was es war und vll ist das auch gut so).
Den naechsten Tag verbrachte ich dann damit, aus dem Touristenbereich auszubuechsen und mir ein wenig den rest der Stadt anzusehen. Und der Unterschied war gewaltig!
Anstatt der halbwegs sauberen grossen Steinhaeuser der Restaurants und Geschaefte standen hier hunderte von kleinen halbverrosteten Wellblechhuetten dicht an dicht und zwischen ihnen tummelten sich zwischen all dem Muell, der ueberall herumlag, Menschen, Hunde, Ziegen und Huehner. Dass sich selten ein Tourist hier her verirrte, merkte ich auch schnell daran, dass ich alle 5-10 Meter von jemandem mit "Hello" oder "Where are you going?" begruesst wurde.
Als ich wieder zurueck kam, war es auch schon fast Zeit, meinen Bus nach Kota Kinabalu zu nehmen, denn ich hatte mir eine Monsterreise zusammengeplant: Montag Abend um 19:00 ging es mit einem Uebernacht-Reisebus ohne Raum fuer europaeische Beine wie die meinigen los nach Kota Kinabalu. Das sollte etwa 10 Stunden dauern. Dann ging von KK der Flug nach Miri um kurz vor 10 (wen Wundert es, dass ich sofort nach dem Start einschlief und erst nach der Landung wieder aufwachte?) und von Miri aus geht nachmittags dann der letzte Flug zurueck nach KL.
Naja, zwei Vorteile hat diese Art zu reisen: ich sparte mir die Unterkunft fuer eine Nacht und Karate Kid kann ich mittlerweile fast auswendig (das scheint der Lieblingsfilm aller Busfahrer zu sein).

Und wie versprochen ist es im Iran gerade 8:00

Freitag, 3. September 2010

The trip continues

Dann will ich mal hier meine Reiseberichte fortsetze, auch wenn ich gar nicht mehr in Australien bin.
Allerdings bin ich immernoch unterhalb des Aequators unterwegs, deshalb ist "Downunder" finde ich auch noch eine gueltige Bezeichnung meines Standortes ;-)
Wie auch immer.
In Malaysia kam ich als erstes in Kuala Lumpur (KL), der Hauptstadt von Malaysia an. Mein erster Eindruck war eigentlich: zu Australien gar kein so grosser Unterschied - Palmen, es ist feuchtwarm und etwa 30 min lang flog ein nicht abreissender Schwarm von Papageien am Ausgang des Flughafens vorbei (die waren wahrscheinlich gerade aus 1770 angekommen).
Am Flughafen verbrachte ich dann erst einmal eine Weile, denn nachdem ich in der Eingangshalle angekommen war, fiel mir auf, dass ich meine Hausaufgaben noch gar nicht gemacht hatte.
Ich musste mich also erstmal setzen und einen Plan austueftlen, wo ich ueberhaupt hin wollte und was ich machen wuerde.
Ich fand dann aber ein sehr guenstiges Hostel, fuer €2,50 und liess mich von einem Taxifahrer bequatschen, mich dort hin zu fahren. Dass er mit ebenfalls €2,50 den fast 10-fachen Preis verlangte, als die Bahn, die in die Stadt fuhr, sollte ich erst spaeter erfahren. In diesem Moment fand ich das aber eigentlich ziemlich guenstig!
Einen kleinen Schreck bekam ich dann, als er sich quasi Hals ueber Kopf in den Verkehr stuerzte und staendig ohne Blinker die Spur wechselte, anderen irre dicht drauffuhr und einen Mofafahrer, der sich vor uns durchzwaengte, fuhr er sogar halb an, was diesen aber schienbar nicht weiter stoerte, denn er fuhr einfach weiter.
Als er mich dann in einem eher sdchaebigen Viertel gegenueber von meinem Hostel absetzte, ueberquehrte ich sehr vorsichtig die Strasse, denn ich hatte ja gesehen, wie die Malays fahren und buchte mich in dem Hostel ein.
Das Hostel barg dann ein paar Ueberraschungen, wie zB die Dusche, die so aussah, dass man mitten in das kleine Toilettenzimmer einfach einen Duschkopf installiert hatte - so war der gesamte Raum inklusive Toilette, Waschbecken und Muelleimer die Duschkabine.
Aber das scheint in Malaysia normal zu sein, bis jetzt habe ich nur sehr wenige seperate Duschen gesehen.
In KL verbrachte ich meine Zeit dann im Wesentlichen mit Sightseeing - etwas das man dort glaube ich ewig machen kann. In einem kleinen Waldstueck mitten in der Stadt konnte ich dann auch tatsaechlich ein paar Affen sichten, bis mich die zahllosen Muecken und ein boeses Donnergrollen wieder nach Hause scheuchten.
Am Tag darauf besuchte ich dann auch die beruehmten Petronas Towers, welche quasi das Wahrzeichen von KL sind. Die zu finden war nicht weiter schwer, denn bis 2004 waren sie zumindest umstrittenerweise die hoechsten Tuerme der Welt. Den Weg zurueck zu finden war dann allerdings nicht mehr ganz so einfach, denn leider hatte ich mich nicht in das hoechste Hostel der Welt eingebucht und so dauerte es etwas laenger, bis ich den Weg wieder zurueck fand.
Am Tag 3 hatte ich mir ueberlegt, in die Cameron Highlands zu fahren. Das schien jedenfalls das Ziel eines jeden Backpackers um mich herum zu sein und auch die Broschueren sagten, die CH seien ein MUSS, und die mussten es ja wissen!
Dort blieb ich dann 2 Naechte, um durch den dortigen Dschungel zu wandern (ueber schlimm vernachlaessigte Pfade und sehr extreme Steigung) und mir die Teeplantagen anzuschauen.
Auf der Wanderung begegneten mir dann ein paar fluechtende Affen, eine gute Portion Adrenalin erlebte ich trotzdem, denn ploetzlich regte sich in meinem Hinterkopf eine Erinnerung, dass in Asien ja Tiger heimisch sind!
Sicherheitshalber bewaffnete ich mich dann mit einem schweren Knueppel, der sich nebenbei auch als prima Wanderstock herausstellte, aber es blieb gleucklicherweise bei den Affen.
Am naechsten Tag erfuhr ich dann, dass es tatsaechlich Tiger in dieser Region gab und ich schwor mir, mich ueber sowas demnaechst immer vorher zu erkundigen!
Nach den CH ging es dann wieder kurz nach KL und von dort aus per Flieger nach Miri auf Borneo.
Miri selber war aber nicht sehr spannend, also wollte ich am naechsten Morgen einen Bus in das etwas mehr versprechende Kota Kinabalu nehmen. Klingt ganz einfach, ich musste aber um 5:00 morgens aufstehen, damit ich um 6 los laufen konnte. Die Station fuer die Langstreckenbusse war naemlich etwas ausserhalb des Zentrums, ich durfte meine etwa 20-25 Kilo Gepaeck erstmal 5 km weit schleppen.
Kurz vor der besagten Busstation hielt dann ein Mann mit seinem Auto und wollte mich unbedingt fahren. Er ueberredete mich, einzusteigen und so fuhr er mich die letzte paar hundert Meter zur Station. Ich hatte angenommen, dass er Geld von mir wollte, aber anstatt irgend etwas zu verlangen, sprach er bevor ich ausstieg ein Gebet, dass ich eine schoene und sichere Reise haben wuerde!
Ziemlich ueberrascht und geruehrt stieg ich dann in meinen Bus und die Reise begann.
Insgesamt dauerte die Fahrt dann 10 Stunden, unter anderem, weil wir durch die Brunei fahren mussten (je 2 Mal rein und raus) und ausserdem von einem Malaysischen Staat in den anderen wechselten - und an jeder Grenze mussten wir raus, um uns an der entsprechenden Zollbehoerde unser Visum abzuholen bzw. die Ausreise zu melden. Am Ende hiess das also 10 neue Stempel in meinem Reisepass - wow.
In Kota Kinabalu buchte ich mich dann in ein relativ schoenes Hostel ein, wieder fuer 2 Naechte. Diesmal verbrachte ich meinen vollen Tag damit, von Morgens bis Abends auf der Insel Mamutik zu schnorcheln. Die Ausruestung, also Brille und Schnorchel hatte ich mir gekauft, da gerade sowas wie Boxing Day war, weil irgendein muslimischer Feiertag zuende gegangen war.
Das Schnorcheln war wieder mal einfach nur toll, denn auch hier gab es ein sehr schoenes Riff, welches zwar natuerlich nicht so gross war, wie das Great Barrier Reef, aber teilweise recht aehnlich aussah.
Leider holte ich mir nach etwa 4-5 Std im Wasser einen relativ starken Sonnenbrand, was das Rucksacktragen in den folgenden Tagen nicht gerade zu einem besonders angenehmen Unterfangen machte.

Der naechste Stopp sollte dann Sandakan sein.
Diese Stadt war bekannt durch das Orang-Utan-Rehabilitationscenter in der Naehe (mehr gibt es da aber leider auch nicht..).
Leider fand ich hier im Lonely Planet nur Hotels und so musste ich diesmal in eine etwas teurere Unterkunft ziehen. Dort ueber das Internet fand ich aber ein sehr guenstiges Hostel gleich um die Ecke und so checkte ich einen Tag spaeter wieder aus, um umzuziehen. Leider verschlief ich etwas und so war es nicht mehr moeglich, die Orang Utans zu sehen. Das machte ich dann am darauf folgenden Tag.
Ich nahm also wieder einen Bus, diesmal dauerte die Fahrt aber nur 30 min ;-)
Ich kam puenktlich um 5 vor 10 an, die Fuetterung sollte um 10 stattfinden. Also lief ich schnell zum Schalter, kaufte mir ein teures Ticket und verneinte natuerlich, eine Kamera dabei zu haben (das haette RM10 extra gekostet, ja schwimme ich denn in Geld??).
Dann ging es schnell am Eingangswaechter vorbei und ab zur Plattform, in deren Naehe die Orang Utans gefuettert werden sollten. Ausser mir waren noch ca 200 andere Menschen da, es war also ziemlich vollgestopft.
Sehr bald konnten wir dann auch den ersten kleinen Orang Utan sehen, der sich typisch affenartig ueber ein Seil auf die Fuetterungsplattform schwang. Kurz danach kamen dann auch seine Kumpels und bald waren 5 kleine Orang Utans auf der Plattform und machten sich ueber die dort ausgeschuetteten Fruechte her.
Nachdem der schlimmste Hunger gestillt war, fingen sie dann an, mit dem Essen zu spielen, was teilweise wirklich putzig war :)
Als die Fuetterung dann etwas spaeter vorbei war und sich die meisten Orang Utans wieder verkuemelt hatten, wurde es mir dann auch zu heiss und ich suchte ein wenig Schatten auf dem kurzen Track, der durch das Reservat fuehrte. Auf meinem Rueckweg wurde mir dann der Weg von einer grossen Affenfamilie (sahen ein wenig aus wie Paviane, war aber eine etwas andere Art) abgeschnitten. Erst war ich begeistert, denn es waren auch ein paar Jungtiere dabei, die noch sehr verspielt waren. Dann wollte ich aber irgendwann aber auch weiter.
Ich ging also immer wenn die Affen vom Weg runter gingen, oder sich etwas entfernten ein wenig vorwaerts, was mich nach einiger Zeit aber mitten in das Rudel reinbrachte, als die wieder auf den Weg zurueck kamen. Ploetzlich hatte ich den Rudelfuehrer vor mir stehen und 2 Weibchen mit Babys hinter mir!
Die Affen schien das nicht weiter zu stoeren, also ging ich langsam einen Schritt nach vorn, auf den etwa 1m grossen Boss zu. Das passte ihm aber ploetzlich gar nicht mehr und er fing an sich aufzurichten, mich anzufauchen und seine aeusserst grossen Zaehne zu zeigen. Dabei kam er ziemlich schnell auf mich zu!
Ich beschloss, dass Affen einen sicher fies verletzen koennen, also machte ich ein paar schnelle Schritte wieder zurueck in der Hoffnung, die beiden Weibchen nicht zu bedrohen, aber die machten den Weg frei und ich konnte wieder etwas zurueck, bis ich wieder ausser Reichweite war - noch mal Gleuck gehabt, ich hatte mich schon mit den Zaehnen von so einem Viech in meinem Arm gesehen!
So musste ich also wohl oder uebel warten, bis die Affen irgendwann beschlossen wieder in den Wald zu rennen.
Irgendwann taten sie das auch und ich konnte den Wald endlich verlassen.
Ich fand dann auch direkt einen Bus, mit dem ich wieder zurueck in die Stadt fahren konnte. Dort war uebrigens wieder Strassenmarkt, d.h. dass man gefaelschte Kleidung und Essen fast geschenkt bekommt. Ich kaufte mir also ein Glas Melonensaft und dazu 3 grosse Doughnuts fuer umgerechnet €0,50 und ging anschliessend wieder zurueck zu meinem Hostel.
Dort kaufte ich mir dann ausnahmsweise mal fuer 1 Std Internetzugang, um meine Weiterreise zu planen/buchen.

So, jetzt finde ich aber, damit habt ihr erstmal genug gelesen - und ich genug geschrieben ;-)
Als naechstes fahre ich dann nach Semporna, vor dessen Kueste einer der Top 5 Tauchspots der Welt liegt, viele sagen, der nummer 1 Spot! - mal gucken, ob ich mir da ueberhaupt einen Tauch-/Schnorcheltrip leisten kann, aber davon dann mehr im naechsten Post um Punkt 08:00 (und ich suche mir aus, in welcher Zeitzone ;-) ).


PS: Ich habe auch eine neue Handynummer fuer Malaysia: +60 (0) 109274079. Fragt mich aber nicht, was ihr machen muesst, um mich anzurufen, offenbar gibts da ein paar Schwierigkeiten^^

Samstag, 21. August 2010

9 Monate gehen zu Ende

Insgesamt war ich dann jetzt 9 Monate in Australien.
Ich sitze hier gerade wieder vorm McDoalds, diesmal in Brisbane. Ich habe mich in ein Mir-egal-diesmal-zahle-ich-halt-ein-bisschen-mehr-Hostel eingebucht (es war einfach unglaublich in einem Bett zu schlafen!!) und freue mich schon tierisch auf Kuala Lumpur, wo die Hostels in der Innenstadt 5€ Kosten :).
Ich habe wieder aehnlich gemischte Gefuehle, wie als ich nach Australien kam, denn hier hatte ich rueckblickend einfach eine wahnsinns Zeit und ich weiss nicht genau, was auf mich zukommt.
Es folgt aslo wieder ein Sprung ins Unbekannte, und wieder mache ich mich quasi allein auf die Socken und wieder ist nicht allzuviel Geld im Spiel ;-)
Aber zum Glueck sollte es ja nicht so schwer sein, in Asien zu sparen, insofern mache ich mir da keine Sorgen.
Jetzt muss ich aber wieder Hausaufgaben machen und den Lonely Planet von Suedost Asien waelzen, den ich zufaellig in Sydney in meiner Wohnung gefunden hatte.

Insofern wieder einmal ein "bis spaeter" und die naechste Meldung kommt dann aus Malaysia!

Donnerstag, 19. August 2010

Zusammenfassung bis ungefaehr heute

Weil ich gerade im Schreibrausch bin, nutz ich den Enthusiasmus, um endlich wieder mal im Hier, Jetzt und Heute anzukommen.
Aber erst moechte ich euch darauf hinweisein, dass ich eine wichtige Luecke geschlossen habe. Den Beitrag habe ich versucht chronologisch einzuordnen, deshalb findet ihr ihn hier, und nicht ganz oben (in dem Teil des Blogs ist die Chronologie eh ein bisschen durcheinandergeworfen).

Nach Magn. Isl. war unsere erste Amtshandlung wieder einmal, den naechsten Coles zu stuermen und die Regale nach dem billigsten Essen zu durchforsten. Diesmal waren Chicken Drumsticks im Angebot, also gab es diemal Huehnchen.
Weil es schon spaet war, suchten wir uns danach auch bald einen Schlafplatz, denn in den vergangenen Tagen hatten wir nachts immer haeufiger Tiere in der Naehe der Strasse gesehen: zwei Kaenguruhs sogar auf der Strasse (eins davon lag einfach entspannt da, zum Glueck auf der anderen Spur, sonst haette es laut geknallt), und ein kleines Tier erwischten wir sogar, ich kann aber nicht sagen, was es war, oder ob es noch gelebt hatte, jedenfalls entschieden wir, Nachts nicht mehr zu fahren.
Nach einer grandiosen Nacht auf einem Rastplatz, fuhren wir weiter Richtung Mittagessen. Dieses hatten wir dann gemeinsam mit drei Haehnen, die einfach so ueber einen Picknickplatz spazierten. Wir entschieden, dass die Haehne schwul waren, denn sie streiteten nicht ums Futter, schienen fast sogar gerecht zu teilen und nach einer Weile setzte sich einer auf den Boden, als wuerde er brueten. Als wir dann fertig waren mit Essen, flogen die Haehne auf irgendwelche Poller oder niedrige Aeste in fingen lauthals an zu kraehen. So hatte sich bei mir noch kein Vogel fuer Futter bedankt!
Der letzte Stopp vor Cairns war dann Tully, der Ort mit dem meisten Regen in ganz Australien (Als Aachener fand ich das Wetter aber brauchbar)!
Hier besuchten wir Sandra, eine Deutsche, die ich in Sydney kennen gelernt hatte und die jetzt dort auf Arbeit auf einer Platage hofft. Leider liess sie sich auch nach intensiver Schilderung meiner Erfahrung mit Working Hostels nicht umstimmen und so kann ich nur sagen: am Ende ist ausgebeutet werden immerhin eine lehrreiche Erfahrung ;-)
Nach einer Nacht auf ihrem Campingplatz (kostenlos, denn 2 Jungs hatten sich ein 6-Mann-Zelt gekauft und gewaehrten uns Asyl), schafften wir endlich den letzten Sprung nach Cairns!

Dort bewunderten wir ein wenig die schoen gestaltete Stadt und suchten uns dann eine Schlafgelegenheit fuer die erste Nacht. Wir wurden fuendig und buchten uns auf einem Campingplatz ein.
Erste Ueberraschung: die Rezeptionistin ueberzeugte uns, dass unser weisser Ford ein gruener Campervan der Firma "Juicy-Rentals" ist und wir damit 10% Rabatt bekamen.
Zweite Ueberraschung: es gab an dem Tag zur Zeit als wir eincheckten ein BBQ am Pool mit einem Tauchcrashkurs fuer alle, die wollten - auch kostenlos!
Dritte Ueberraschung: Freibier :D
Nach 3 Hotdogs und 2 Bier tauchte ich also ein paar Runden im Pool, hatte danach noch ein Hotdog und noch ein Bier und freute mich ueber den schoenen Tag.

Am naechsten Tag wollten wir dann in ein guenstigeres Hostel ziehen, also machten wir uns auf die Suche.
Im ersten Hostel, wo wir fragten war leider nichts mehr frei, aber nach einer beilaeufigen Frage verrieten sie uns, dass sie noch Personal suchten. Da Manu genau das wollte, was sie anboten, naemlich Arbeiten fuer Unterkunft, und auch das Hostel ziemlich coolen Eindruck machte, entschied er sich dort zu bleiben. Ich erfuhr von einem Partnerhostel quasi nebenann, wo es einen Campingplatz gab. Als ich unser kaputtes Zelt erwaehnte, erzaehlte mir der Rezeptionist, dass da noch ein Zelt von ihm (oder dem Hostel) stuende, welches ich benutzen koennte.
Also drehte Manu schnell seine Runde durch sein neues Zuhause und dann fuhren wir zum Partnerhostel "Tropic Days". Der Campingplatz dort kostete dann auch nur $11 und Zelt, Isomatte, Internet und Pool (das Wasserding sowie Billard) war alles inklusive.

Ueber das integrierte Reisebuero buchte ich mir dann auch gleich eine Tour zum Great Barrier Reef, um dort zu schnorcheln.
Und da kann ich nur sagen: es war fantstisch!
Leider war ich zu geizig fuer eine Unterwasserkamera (oder zum Glueck? Die Leihkameras beschlugen alle nach kurzer Zeit, weshalb viele Fotos im Eimer waren).
Nur um das zu beschreiben: die Korallen sahen aus wie im Fernsehen. Auch ohne Futter hatten wir massenweise knallbunte Fische (Clownfische inkl ;-) ), sowie Seesterne, Seegurken und gigantische Austern.
Ihr koennt ja einfach mal nach "Great Barrier Reef" googlen und ihr werdet genau das bekommen, was ich sonst als Foto hochgeladen haette (ausgenommen die Riesenschildkroeten oder Haie ;-) ).
Zurueckblickend muss ich sagen, dass das Riff eine der coolsten Sachen ist, die ich in Australien gesehen habe, sozusagen der kroenende Abschluss!

Am Tag nach der Tour ging es dann aber um 6:00 in der Frueh auch schon wieder weiter, diesmal wieder zurueck nach Brisbane.
Dort kam ich aber erst gegen 14:00 an (diese Entfernungen in Australien!), denn mein Anschlussflug, auf den ich eh schon 2 1/2 std warten musste, hatte etwa 2 Stunden Verspaetung.
Nach dem Genuss vom Ja-Sager und Ironman durfte ich also endlich den Flieger betreten und nach Brisbane fliegen.

Mittwoch, 18. August 2010

Ich muss dann mal wieder

...weiter bloggen, ansonsten komm ich nicht mehr hinterher. Schlechte Erfahrungen hab ich diesbezueglich ja schon gesammelt und diesmal hab ich beschlossen, zumindest ein bisschen daraus zu lernen.
Dann veroeffentliche ich mal wieder ein bisschen meines Privatlebens in den unberechenbaren Weiten des Internets (Mensch, wie ich mich fuer euch aufopfere!).
Es geht weiter mit Magnetic Island, nach Fraser und den Whitsundays bin ich naemlich ein bisschen Insel-Geil geworden. Wir liessen unser Auto also in Townsville (das ist glaube ich der nichtsagenste Name fuer eine Stadt, den ich je gesehen habe) und enterten die naechste Faehre nach Magnetic Island. Dort angekommen, machten wir uns wie schon so (sehr) oft auf schusters Rappen auf den Weg zu einem Ort, der auf der Karte doch gar nicht so weit weg war. Das tolle an Magnetic Island ist uebrigens, dass es eine bewohnte Insel ist, daher gibt es sowas wie Infrastruktur inklusive Busse (ok mit dem Plural habe ich mal wieder uebertrieben: es gibt einen Bus, der mit halsbrecherischer Geschwindigkeit die Insassen durch die engen Kurven der Stadt und Bergpaesse befoerdert). Ein Tagesticket kostete $6 und das machte uns gluecklich, denn so war es uns moeglich $6 zu sparen!
Aber genug gealbert:

Unser Weg fuehrte durch einen der mikroskopischen Orte zum "Base" Hostel, welches direkt am Strand lag (und vermutlich immer noch liegt). Das "Hostel" bestand aus einem grossen Gelaende mit vielen kleineren Huetten; die groesste und erste Huette war auch die wichtigste: sie beherbergte Rezeption (30%) und Bar (70%). Die Bar war auch gleich am Strand gelegen, sodass wir endlich mal unser Bier am Strand unter Palmen geniessen konnten.



Natuerlich durften auch die Haengematten unter Palmen nicht fehlen und so kam es zu einem voll australischen Erlebnis, als ich mich in eine Haengematte legte, die von einem Kookaburra beaufsichtigt wurde.
Unser erster Tag war also nicht besonders Ereignisreich, das aufregenste war sicherlich, als wir versuchte in der Kueche Pfannkuchen in einer Pfanne zu machen, die zwar eine Antiklebebeschichtung hatte, allerdings von Kuechenbarbaren aus der ganzen Welt bereits mit Hilfe von Stahlwolle von ihrer schwarzen Beschichtung befreit worden war. Das Ergebnis war also ein wohlriechender Klumpen, der zum Essen nicht mehr ganz taugte - willkommen zurueck in Sydney 2009.



Am naechsten Tag hatten wir dann aber volles Programm: wir liehen uns Schnorchelequipment aus und stuerzten uns ins Wasser, um ein wenig an der bezaubernden Unterwasserwelt Australiens teilzuhaben. Beim ersten Versuch sahen wir aber ausser Sand nichts. Wir schnorchelten eine ganze Weile, aber die Landschaft wollte sich einfach nicht aendern.
Also zogen wir weiter zum naechsten Strand, wo es laut Karte ein Riff geben sollte - und siehe da: ploetzlich war die welt wieder bunt und bevoelkert! Es waren zwar nicht so viele Fische unterwegs, wie bei meiner Tour (vermutlich mangels Fischfutter), aber Korallen gab es trotzdem reichlich, sodass wir eine Weile blieben.

Als wir langsam entschieden, weiter zu gehen, liefen wir noch ein paar Stachelrochen ueber den Weg. Genauer gesagt, traten fast drauf, weil diese in der Regel die Ansicht vertreten, dass sich selbst im Sand zu vergraben wahnsinnig cool ist (wenn das stimmt, sind Stachelrochen eine der coolsten Lebewesen dieser Erde).
Wieder an Land gekommen, liefen wir auch noch gleich diesen interessanten schwarzen Kakadus ueber den Weg, die sehr damit beschaeftigt waren, Fruechte, die sie auf dem Boden gefunden hatten, mit dem Fuss zu halten, um sie ganz zivilisiert fressen zu koennen.

Am naechsten Strand gab es dann ein paar tueckische Unterwasserfelsen, in denen ein paar kleinere Fische Zuflucht suchten, weil sie wussten, dass sich groessere Lebewesen (wie neugierige Menschen) an den scharfkantigen Muscheln schnell die Haut aufrissen. Manu passierte genau das und mir fast.
Als Manus Finger also nicht aufhoeren wollte zu bluten, verliessen wir die gemeinen Felsen wieder (zur grossen Enttaeuschung des anrueckenden Haigeschwaders) und Manu wurde von einem gluecklichen Lifeguard gerettet, indem er 2 dicke Pflaster verpasst bekam (das war vermutlich das einzige, was der Guard an diesem Tag zu tun hatte^^).

Damit war das Schnorcheln fuer den Tag eh vorbei, weil das auch das letzte Riff gewesen war, was noch in Reichweite war.
Weil wir aber noch nicht zurueck wollten und zwei so wissbegierige Abiturienten sind (der war gut, oder? ;) ), machten wir noch eine kleine Bushwanderung zu einem nahegelegenen historischen Militaerstuetzpunkt aus dem 2. Weltkrieg. Zur allgemeinen Bildung, mein Blog soll schliesslich auch lehrreich sein: Australien wurde in den 40ern von Japan angegriffen und es drohte eine Invasion. Daher wurde auf Magnetic Island ein Stuetzpunkt errichtet, um die Feinde frueh genug erkennen und abwehren zu koennen - jedenfals so in der Art, ich habe mir die Schilder nicht wirklich durchgelesen ;).

Wir schauten uns also das an, was von den Ruinen uebrig geblieben war (viele der Haeuser waren aus Holz gebaut worden und konnten den zahlreichen Buschfeuern nicht viel entgegensetzen) und bewunderten ein wenig die Aussicht. Auch auf unserem Reuckweg mussten wir staunen, denn der Koala, den wir gesichtet hatten, war ploetzlich weg - was fuer ein sportliches Exemplar (ich hatte vorher noch nie einen Koala gesehen, der sich ueberhaupt bewegt hatte)!
Noch mehr Bildung: Koalas fressen nur die Blaetter von bestimmten Eukalyptusbaeumen. Weil diese aber leider giftig sind und nur wenig Energie liefern, verbrauchen Koalas fast die gesamte Energie, um den Koerper zu entgiften. Daher schlafen sie etwa 20 Std am Tag - ich finde das ziemlich weise!

So, als wir so viel Bildung nicht mehr aushalten konnten, gingen wir zurueck zur Haltestelle und quetschten uns im Oelsardinen-Style zwischen die anderen Touris und liessen uns zurueck zum Hostel fahren.
Dort gaben wir punktlich um 16:45 unser Equipment wieder ab (nachdem wir um 10:00 eigentlich schon laengst ausgecheckt hatten) und machten uns wieder auf den Weg zur Faehre. Unser tolles $30 Zelt mussten wir uebrigens da lassen, weil die Stangen unter dem Gewicht meines trocknenden Schlafsackes zusammengebrochen waren. Dabei hingen an dem Zelt so viele schoene Erinnerungen ;(

Am Abend kamen wir dann auch wieder in Townsville an (nach einem weiteren wunderschoenen australischen Sonnenuntergang ueber dem Meer), wo wir von unserem Auto mit einem gluecklichen Freundengekreisch begruesst wurden (irgendwas stimmt scheinbar mit dem Keilriemen nicht, aber nach 10 min Fahrt war alles wieder ruhig).
Also ging es gleich weiter gen Norden Richtung Cairns!