Der Titel suggeriert es schon: ich habe es wieder in ein anderes Land geschafft. Diesmal duerfen sich die Laoten gluecklich schaetzen, mich in ihrem schoenen Land berherbergen zu duerfen.
Ich gebe zu, mein letzter Beitrag ist schon etwas her, deshalb mal eine schnelle Zusammenfassung:
Der Besuch im Krankenhaus hat sich als etwas enttaeuschend herausgestellt, da ich dort einfach nichts machen konnte. Nach 2 Tagen wurde es mir dann zu langweilig, den Schwestern bei ihrer Arbeit zuzuschauen (es gab nicht mal Action, als in der Notaufnahme ein Mann starb: die liessen den erstmal 30 min da liegen, bis sich mal jemand fand, der sich um ihn kuemmerte), also brach ich das Ganze ab.
Das hiess fuer mich aber nicht, dass die Zeit in Siem Reap damit um war, denn ich blieb noch ein paar Tage, bzw Naechte, denn das war die Zeit, zu der ich wohl am aktivsten war :P
Es muss wohl der 23. gewesen sein, als ich dann abgereist bin. Diesmal ging es nach Ban Lung, einer Stadt, die in einem der schoensten Landstriche Kambodschas liegen sollte. Hauptattraktion war ein erloschener Vulkan, in dessen Krater sich ein See gebildet hatte, in dem man vorzueglich schwimmen gehen konnte. Es gab nur leider keinen direkten Bus dorthin, also liess ich mir sagen, dass die einfachste Verbindung sei, nach Kampong Cham zu fahren und von dort einen Bus nach Ban Lung zu nehmen - easy.
Als ich in Kampong Cham dann so gegen 12:00 ankam, hiess es aber, der einzige Bus am Tag faehrt um 8:00 morgens...!
Also entschied ich mich, mit 2 Schweizern, die im selben Bus sassen, erstmal nach Kratie zu fahren, was direkt auf dem Weg lag. Dort uebernachteten wir und am naechsten Tag ging es dann weiter nach Ban Lung.
Ban Lung selber war dann ziemlich tote Hose; so tot, dass es nichtmal eine Bank im Ort gab! Da sah ich mit meinen 10$ in der Tasche aber ploetzlich alt aus - sicher um die 80, also ziemlich alt, aber noch nicht tot. Zu meinem Glueck gab es naemlich eine Western Union, eine art Bank, die sich ums Geld versenden kuemmert. Also versuchte ich schnell ein Telefon zu finden, um zu Hause um Hilfe zu betteln. Das war dann die naechste Herausforderung: es gab keine Telefonleitung in dieser Stadt, dh die Hotels der Stadt hatten kein Telefon, von dem aus ich haette anrufen koennen. Ich versuchte mich weiter durchzufragen, mit dem Ergebnis, dass die Einheimischen kein Englisch konnten. Ein paar Gedultsfaeden spaeter wurde ich aber in einem der Millionen Handygeschaefte fuendig: von dort aus konnte ich von einem Handy aus nach Hause anrufen. Nicht ganz billig, aber besser, als gar nichts.
Nach einigem Hin und Her klappte der Transfer dann und am naechsten Morgen konnte ich das dringend benoetigte Geld abholen (fettes Danke nach Hause!!).
Die Zwischenzeit verbrachte ich dann damit, mich durch die absonderliche Kueche der Khmer zu fressen (Heuschfrecken, ganze Froesche, Kaefer... Highlight: Entenei mit halbfertigem Embyro drin. Fotos gibts auf Nachfrage, ich will ja niemanden vergraulen hier ;-) ).
Am 2. Morgen konnte ich dann eine Tagestour mit den Schweizern zusammen machen. Ziele waren ein paar schoene Wasserfaelle, unter denen man duschen oder schwimmen konnte, ein oder zwei traditionelle Doerfer und eben der Kratersee. Der See war definitiv das Highlight, denn er war zum einen ungewoehnlich klar und zum anderen war der Grund so steil abschuessig, dass man auch von einem kurzen Steg aus die gewagtesten Spruenge probieren konnte.
Der naechste Tag brachte mich dann nach Stung Treng, eine masstabgetreue Kopie von Kratie (oder umgekehrt), von wo aus ich einen Bus ueber die Grenze nehmen konnte. Eigentliches Ziel war Si Phan Don, ein Abschnitt des Mekong, wo es um die 4000 Inseln geben soll. Leider gab es auch dort keine Bank oder einen ATM, also musste ich weiter bis nach Pakse fahren. Ueber die Grenze zu kommen war diesmal sehr einfach. Ich wusste nicht genau, was auf mich zu kommen wuerde, weil es kein offizieller Uebergang war. Geruechte besagten, dass es dort Visas on arrival gab, andere sagten, man muesse es vorher in Phnom Penh in der Botschaft beantragen. Ich rief also sicherheitshalber in der Botschaft an und die Dame bestaetigte mir das Visa on arrival, allerdings hatte ich ein wenig das Gefuehl, dass sie nicht ganz genau verstand, wovon ich sprach...
Also marschierte ich mit all den Leuten, die ihr Visum schon in der Tasche hatten zum Grenzuebergang und tatsaechlich bekam ich dann dort mein Visum ausgestellt! Das dauerte etwa 10 min und kostete mich 30 US$. Die anderen hatten in der Botschaft 35-40$ gezahlt und etwa 6 std warten muessen - gewusst wie ;-).
Es folgte dan eine sehr holperige Strasse (holpern bedeutet hier, dass man bei Schrittgeschwindigkeit von einer Seite auf die Andere im Bus geschleudert wurde), was einen verkaterten Briten dazu veranlasste, sich auf eine etwas unaesthetische Weise von seinem Fruehstueck zu verabschieden.
Aber wie alle Reisen, war auch diese irgendwann vorbei und ich stand in Pakse. Ich holte mein Geld und beschloss, dass wieder Zurueckfahren bloedsinnig sei, denn Reisezeit und Geldbeutel sind leider mittlerweile nicht mehr so begeistert von dem, was ich hier mache.
Also buchte ich Kurzerhand einen Anschlussbus nach Vientiane, der gigantischen Hauptstadt von Laos (mit 210.000 Einwohnern kleiner als Aachen). Dieser Nachtbus war an sich relativ komfortabel, allerdings waren die Betten mit 1,70m nicht ganz auf meine Groesse geschneidert. Zuerst konnte ich die uebrigen 20 cm auf den Rest des kleinen Doppelbettes verteilen, dann aber die 2. Ueberraschung: mir wurde einfach ein 2. Typ ins Bett gebucht! Und nicht nur das, es war der Kater-Brite! Aber er fuehlte sich wieder gut, die Strassen waren besser und nach etwa einer Stunde Fahrt waren immernoch viele Betten frei, sodass er sich einfach ein eigenes nahm. Warum wir bei so vielen freien Betten eines zusammen bekommen hatten, war uns ein Raetsel, wer weiss, was die Laoten da versucht haben?
Nach einer ziemlich kuehlen Nacht wachte ich trotz Wolldecke mit einer kleinen Unterkuehlung auf und fand mich in Vientiane wieder. In den 13 km entfernten Stadtkern kamen wir dann mit einem Umgebauten LKW, auf dessen Ladeflaeche Sitzbaenke angebracht waren.
Nach einer 20 min Fahrt erreichte ich dann das Stadtzentrum und fand auch bald ein Hotel mit Internet - fuer mich ein wahnsinniger Luxus :D.
Jetzt heisst es aber, die Stadt erkunden, mal gucken, wo ich dann das naechste mal Internet finden kann ;-)
Bis dann
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Freitag, 15. Oktober 2010
Live rolls on
Und ich mache das auch. Diesmal rollte ich nach Siem Riep, nachdem ich mir die aeusserst beeidruckende Silberpagode im Koenigspalast angeschaut hatte (Fotos waren nicht erlaubt - aetsch!). In Siem Riep gibt es nichts zu sehen, abgesehen von den millionen Maerkten und Bars, ist halt eine dieser Staedte, die vom Extremtourismus lebt. Touris sind deshalb so viele da, weil gleich nebenan Ankor Wat liegt, eine Tempelanlage, die wohl den meisten bekannt sein sollte ;).
Dort hinzufahren war wieder mal ein aeusserst spontaner Einfall, den ich etwa um 13:00 faellte, weshalb ich den Bus um 13:30 nicht mehr buchen konnte. Ich musste also ein wenig draufzahlen, um einen "VIP"-Bus am spaeteren Nachmittag zu nehmen. Ich sollte etwa um 16:30 abgeholt werden, den Bus nehmen und wuerde dann von der Haltestelle kostenlos zu einem Partnerhotel gefahren werden. Klingt soweit ganz gut und tatsaechlich etwas nach VIP.
Wie es dann aber kam:
Um etwa 17:00 fragte ich, wann ich denn endlich abgeholt werden wuerde, nachdem ich die ganze Zeit im Restaurant an der Rezeption gesessen und gewartet hatte.
Als Antwort erhielt ich eine Tirade von Entschuldigungen, es sei so viel los und da sei wohl was schiefgelaufen. Also wurde ich auf den 18:30-Bus umgebucht, was dann fuer mich bedeutete, dass ich irgendwann zwischen 1:00 und 2:00 Nachts in einer fremden Stadt ankommen wuerde.
Immerhin wurde mir versprochen, dass auch das andere Hotel informiert wuerde, sodass nach wie vor abgeholt werden wuerde.
Als es dann soweit war, wurde ich von einem Tuk-Tuk abgeholt. Es regnete mittlerweile in Stroemen, was hiess, dass ich allein auf dem Weg von 5 Metern zwischen hotel und Tuk-Tuk relativ nass wurde.
An der Bushaltestelle angekommen, wurde mir erst gesagt, ich solle warten. Mein Ticket wurde mir dann auch kurzerhand abgenommen und ich bekam ein anderes dafuer, was weiss ich schon, warum.
Dann wurde mir ploetzlich sehr gehetzt gesagt, dass der Bus da sei und ich wurde um das Haus rumgefahren.
Dort standen mehrere Busse und als ich fragte, welcher meiner war, wurde nur unbestimmt in die Richtung von 2 parkenden Bussen gezeigt.
Ich lief da also hin (stroemender Regen nach wie vor) und fand heraus, dass der Bus, der gerade zum Ausparken ansetzte meiner war.
Ich wartete also, bis der fertig war und wollte gerade zum Kofferraum gehen, als der Bus einfach losfuhr.
Also lief ich wieder zurueck zu dem was ich mal Schlater nennen will, und fragte, was da los war. Ich wurde also auf ein Motorrad aufgeladen, und nach etwa 5 Minuten fanden wir den parkenden Bus am Strassenrand. Ich wurde letztlich dann doch reingelassen und ich durfte mir sogar einen Sitz aussuchen - hurra...
VIP bedeutet jetzt uebrigens, dass man die Sitze weit zurueckkippen kann und ich sogar Raum fuer meine Beine hatte. Es bedeutete nicht, dass der Bus wasserdicht oder die Sitze etwa bequehm waren!
Da ich auch vom Motorradfahren durch den Regen noch nass war, hatte ich also eine feuchtwarme 6-Stunden-Fahrt vor mir.
Etwa um 1:30 kamen wir dann an und natuerlich wurde ich nicht von einem freundlichen Fahrer empfangen, der mich gleich in ein Hotel bringen konnte. Selbst nach einer halben Stunde kam niemand, und so liess ich mich dann von einem anderen Tuk-Tuk-Fahrer, in ein anderes Hotel fahren.
Ueberraschenderweise hatte das Hotel dann sehr ueberzeugende Preise, "Betten" in einem Gemeinschafts-"Raum" gab es schon ab 1 US$ pro Nacht, aber ich entschied mich dann fuer einen eigenen Raum fuer 3$.
Eigentlich dachte ich mir, dass ich etwa 2 oder 3 Tage bleiben wuerde, mir die Tempel anschaue und dann weiterfahre. Es ergab sich dann allerdings, dass ich die Tage damit verbrachte, durch die Stadt zu ziehen, die Flut zu bestaunen (der Fluss ging mittlerweile ueber die gesamte Hauptkreuzung) und mit den Arbeitern aus dem Guesthouse Volleyball zu spielen.
Nach etwa 5 Tagen, also heute rappelte ich mich dann auf und besuchte die Weltberuehmten Tempel (fuer horrende 26$) und heut Abend werden wir gebuehrend meinen Geburtstag feiern (dafuer bin ich jedenfalls in der richtigen Stadt ;-) ).
Kleine Ueberraschung: morgen fange ich an, etwa fuer eine Woche freiwillig in einem Krankenhaus zu arbeiten. Was ich da machen werde, weiss ich noch nicht, ich lass mich da ueberraschen. Wie es dazu kam? Kann ich euch nicht sagen, mir kam halt die Idee und ich wollte das mal ausprobieren.
Drueckt mir also die Daumen, dass ich niemanden aufschneiden muss, ich weiss ja mittlerweile, dass ich mit allem rechnen muss ;-).
Mehr dazu gibts dann spaeter.
Dort hinzufahren war wieder mal ein aeusserst spontaner Einfall, den ich etwa um 13:00 faellte, weshalb ich den Bus um 13:30 nicht mehr buchen konnte. Ich musste also ein wenig draufzahlen, um einen "VIP"-Bus am spaeteren Nachmittag zu nehmen. Ich sollte etwa um 16:30 abgeholt werden, den Bus nehmen und wuerde dann von der Haltestelle kostenlos zu einem Partnerhotel gefahren werden. Klingt soweit ganz gut und tatsaechlich etwas nach VIP.
Wie es dann aber kam:
Um etwa 17:00 fragte ich, wann ich denn endlich abgeholt werden wuerde, nachdem ich die ganze Zeit im Restaurant an der Rezeption gesessen und gewartet hatte.
Als Antwort erhielt ich eine Tirade von Entschuldigungen, es sei so viel los und da sei wohl was schiefgelaufen. Also wurde ich auf den 18:30-Bus umgebucht, was dann fuer mich bedeutete, dass ich irgendwann zwischen 1:00 und 2:00 Nachts in einer fremden Stadt ankommen wuerde.
Immerhin wurde mir versprochen, dass auch das andere Hotel informiert wuerde, sodass nach wie vor abgeholt werden wuerde.
Als es dann soweit war, wurde ich von einem Tuk-Tuk abgeholt. Es regnete mittlerweile in Stroemen, was hiess, dass ich allein auf dem Weg von 5 Metern zwischen hotel und Tuk-Tuk relativ nass wurde.
An der Bushaltestelle angekommen, wurde mir erst gesagt, ich solle warten. Mein Ticket wurde mir dann auch kurzerhand abgenommen und ich bekam ein anderes dafuer, was weiss ich schon, warum.
Dann wurde mir ploetzlich sehr gehetzt gesagt, dass der Bus da sei und ich wurde um das Haus rumgefahren.
Dort standen mehrere Busse und als ich fragte, welcher meiner war, wurde nur unbestimmt in die Richtung von 2 parkenden Bussen gezeigt.
Ich lief da also hin (stroemender Regen nach wie vor) und fand heraus, dass der Bus, der gerade zum Ausparken ansetzte meiner war.
Ich wartete also, bis der fertig war und wollte gerade zum Kofferraum gehen, als der Bus einfach losfuhr.
Also lief ich wieder zurueck zu dem was ich mal Schlater nennen will, und fragte, was da los war. Ich wurde also auf ein Motorrad aufgeladen, und nach etwa 5 Minuten fanden wir den parkenden Bus am Strassenrand. Ich wurde letztlich dann doch reingelassen und ich durfte mir sogar einen Sitz aussuchen - hurra...
VIP bedeutet jetzt uebrigens, dass man die Sitze weit zurueckkippen kann und ich sogar Raum fuer meine Beine hatte. Es bedeutete nicht, dass der Bus wasserdicht oder die Sitze etwa bequehm waren!
Da ich auch vom Motorradfahren durch den Regen noch nass war, hatte ich also eine feuchtwarme 6-Stunden-Fahrt vor mir.
Etwa um 1:30 kamen wir dann an und natuerlich wurde ich nicht von einem freundlichen Fahrer empfangen, der mich gleich in ein Hotel bringen konnte. Selbst nach einer halben Stunde kam niemand, und so liess ich mich dann von einem anderen Tuk-Tuk-Fahrer, in ein anderes Hotel fahren.
Ueberraschenderweise hatte das Hotel dann sehr ueberzeugende Preise, "Betten" in einem Gemeinschafts-"Raum" gab es schon ab 1 US$ pro Nacht, aber ich entschied mich dann fuer einen eigenen Raum fuer 3$.
Kleine Ueberraschung: morgen fange ich an, etwa fuer eine Woche freiwillig in einem Krankenhaus zu arbeiten. Was ich da machen werde, weiss ich noch nicht, ich lass mich da ueberraschen. Wie es dazu kam? Kann ich euch nicht sagen, mir kam halt die Idee und ich wollte das mal ausprobieren.
Drueckt mir also die Daumen, dass ich niemanden aufschneiden muss, ich weiss ja mittlerweile, dass ich mit allem rechnen muss ;-).
Mehr dazu gibts dann spaeter.
Sonntag, 10. Oktober 2010
Erster Post ohne Titel
Ach, dann bequehme ich mich dazu, nochmal etwas zu schreiben.
Ich habe meinen Trip in die Hochebenen von Vietnam soweit heil ueberstanden, auch wenn das nicht unbedingt immer zu erwarten war.
Mein letzter Trip von Kon Tum nach Hoi An war... naja, lang. Gleichzeitig war es aber auch mit Abstand die schoenste Strecke, durch die ich bisher gefahren bin (ich wurde fast sagen allgemein, nicht nur in Vietnam). Auf einem Teil der Strecke musste ich etwa alle 5-10 Minuten anhalten, um Fotos zu schiessen - spaeter fuhr ich dann auch an wunderschoenen Wasserfaellen nur noch vorbei, weil ich sonst gar nicht mehr voran gekommen waere (das war uebrigens auch die Tour, bei der ich von Polizisten angehalten wurde, um mit ihnen ein Bier zu trinken^^)! Insgesamt fuhr ich etwa 11-12 std, bis mich dann wieder die Dunkelheit und ein kraeftiger Monsun ueberraschte.

Ich hatte es nur deshalb nicht geschafft, weil die Strassenfuehrung so seltsam und verwirrend war: ich musste naemlich eigentlich nach Osten vom Highway Richtung Kueste fahren. Stattdessen wurde ich aber erst nach Westen geleitet, wo ich nach 4 km in eine Stadt kam, von der aus ich fast um 180° drehen musste, um eine andere Strasse zu nehmen, die 4km zurueck und dann unter einer Bruecke unter dem Highway durchfuehrte und mich letztlich nach Hoi An bringen sollte. Wer braucht schon Rechtsabbiegerspuren?
Nach fast 12 std Fahrt war ich also schon matschig genug, dass ich das nicht mehr auf die Reihe bekam und so suchte ich Zuflucht in einer Tankstelle, als der Regen mich zu ertraenken versuchte.
Es wollte dann auch einfach nicht weniger werden, also bot mir die Familie, die die Tankstelle fuehrte, an, dort zu uebernachten.
Stellt euch das Ganze so vor: die Tanke hat die ueblichen Zapfsaeulen, man wird aber vom Personal betankt und zahlt das Geld direkt auf die Kralle. Da, wo sonst der Kiosk und die Kasse stehen, ist ein grosser offener Raum (eine Wand zu den Saeulen hin gibt es nicht), in dem 2 "Betten" und ein Sofa mit Tisch stehen.
Ich schlief also mit dem romantischen Blick auf die Zapsaeulen in einem Bett, welches nur mit einer duennen Bastmatte anstelle einer Matratze ausgelegt war (und ich schreibe bewusst nicht "ausgepolstert").
Aber immerhin kam hier kein Regen hin und warm war es eh.
Am naechsten Morgen sah die Welt auch gleich viel besser aus, mit Sonnenschein usw. Auch war der Weg ploetzlich recht einfach zu finden (es ist ein Vorteil, wenn man die Schilder auch sehen kann) und so kam ich wenig spaeter in Hoi An an.
In Hoi An selber gabs dann eigentlich nicht viel zu tun, also verbrachte ich meine Zeit damit, am Strand rumzuhaengen, oder durch die Stadt zu latschen.
Klingt nicht spannend, aber mir gefiel die Stadt einfach so gut, dass ich 3 Tage blieb ;)
Danach gings dann weiter nach Da Nang, der 4. groessten Stadt Vietnams. Ich fand es da aber so langweilig, dass ich mir fuer den naechsten Tag einen Bus zurueck nach Nha Trang nahm. Das war leider nicht ganz billig, weil ich mein Motorrad mitnehmen musste (das hatte ich in Nha Trang ja gemietet und zurueck fahren konnte ich nicht, weil der Weg zu weit war). Immerhin war es ein Bus mit etwas, das als Betten angepriesen wird. Das sind in Wirklichkeit einfach nur sehr weit zurueck gekippte Sitze, aber immerhin ist es moeglich, die meiste Zeit da drin zu schlafen, die Fahrt startete naemlich gegen 8 abends und wir sollten zwischen 5 und 6 morgens ankommen.
Klappte auch soweit und ich erreichte den Strand von Nha Trang gerade puenktlich zum Sonnenaufgang. Weil es im Bus keine Dusche gab, tat ich es den zahlreichen Vietnamesen (das ist definitiv ein Volk der Fruehaufsteher) gleich und sprang kurzerhand mit den ersten Strahlen ins Meer, welches schon erstaunlich warm war.
Nach einem sehr ausgiebigen Bad folgte eine sehr ausgiebige Trocknung in der Sommersonne unter einer Palme (bis mich ein Vietnamese auf die Kokosnuesse aufmerksam machte, die offenbar nicht ganz ungafaehrlich sind).
Als der Start in einen guten Tag erfolgreich abgeschlossen war schwang ich mich wieder aufs Motorrad und fuhr zu dem Hotel, wo ich es geliehen hatte. Weil es noch recht frueh war, lagerte ich dort erstmal nur mein Gepaeck ein und klapperte noch einmal meine Lieblingsstellen der Stadt ab (bzw. Lieblingsrestaurants ;) ).
Ich war verbluefft, dass vom Tag immernoch so viel uebrig war und da beschloss ich, einmal die nahegelegenen heissen Quellen zu besuchen. Da gabs dann nochmal die volle Droehnung Enspannung mit Schlamm-/Heisswasserbad, Mineraldusche usw.
Als ich dann zum Hotel zurueck kam, war ich so ausgeglichen, dass es mich nicht im geringsten stoerte, als ein ploetzlicher und ungewoehnlich heftiger Monsun das Dach des Hotels einriss und alles unter Wasser setzte (im betroffenen Raum stand das Wasser etwa bis zu den Knien und das entlud sich zu einem Grossteil ueber die Treppe in die Rezeption, wo ich wartete). Es machte mich nur etwas nervoes, als das Gewitter gleich ueber uns war und die Blitze nicht sehr weit entfernt. Ich wollte nicht unbedingt dort im Wasser stehen, wenn ein Blitz einschlug! Es passierte aber nichts weiter, war ja auch schon schlimm genug.
Mit etwa 1 Std Verspaetung kam dann mein Bus nach Saigon und ich hatte wieder eine dieser komfortablen Uebernachtungen vor mir.
Von Saigon aus buchte ich mir am naechsten Morgen dann auch gleich im Anschluss einen Bus nach Phnom Penh in Cambodia und das bereuhe ich ein wenig. Zumindest einen Tag Pause haette ich mir das schon goennen koennen: wundert mich nicht, dass ich nach dem Grenzuebergang erst in einen falschen Bus einstieg, nur weil der auch weiss war ;)
In Phnom Penh wurde ich dann gleich von einem Tuk-Tuk-Fahrer aufgeladen (Tuk-Tuks sind quasi Mofas mit Kutschen hinten dran - manche sind da sehr professinell umgebaut, es gibt aber auch welche nach der "Tesafilm-Methode"), der mich zu einem guenstigen Hotel bringen konnte.
Anschliessend verbrachte ich den Tag wieder mal mit Sightseeing und am naechsten Tag probierte ich mal die empfohlene Massage von blinden Masseuren aus. Und das war wirklich gut und mit etwa 3€ fuer eine Stunde auch gerade noch bezahlbar ;)
Anschliessend war ich leider nur so entspannt, dass ich die Oeffnungszeit der beruehmten Silberpagode im Koenigspalast verpasste. Naja, das wird halt morgen gemacht, bevor ich wieder weiter fahre.
Wohin? Mensch, das ist noch ein Tag hin, da will ich mich doch nicht so festlegen!! :D
Ich habe meinen Trip in die Hochebenen von Vietnam soweit heil ueberstanden, auch wenn das nicht unbedingt immer zu erwarten war.
| Der Highway am Anfang |
| Reisfelder |
| Wasserbueffel in einem Teich |
| Einer von 1Mio Wasserfaellen |
| Meine Sicht beim Fahren |
Ich hatte es nur deshalb nicht geschafft, weil die Strassenfuehrung so seltsam und verwirrend war: ich musste naemlich eigentlich nach Osten vom Highway Richtung Kueste fahren. Stattdessen wurde ich aber erst nach Westen geleitet, wo ich nach 4 km in eine Stadt kam, von der aus ich fast um 180° drehen musste, um eine andere Strasse zu nehmen, die 4km zurueck und dann unter einer Bruecke unter dem Highway durchfuehrte und mich letztlich nach Hoi An bringen sollte. Wer braucht schon Rechtsabbiegerspuren?
Nach fast 12 std Fahrt war ich also schon matschig genug, dass ich das nicht mehr auf die Reihe bekam und so suchte ich Zuflucht in einer Tankstelle, als der Regen mich zu ertraenken versuchte.
Es wollte dann auch einfach nicht weniger werden, also bot mir die Familie, die die Tankstelle fuehrte, an, dort zu uebernachten.
Stellt euch das Ganze so vor: die Tanke hat die ueblichen Zapfsaeulen, man wird aber vom Personal betankt und zahlt das Geld direkt auf die Kralle. Da, wo sonst der Kiosk und die Kasse stehen, ist ein grosser offener Raum (eine Wand zu den Saeulen hin gibt es nicht), in dem 2 "Betten" und ein Sofa mit Tisch stehen.
Ich schlief also mit dem romantischen Blick auf die Zapsaeulen in einem Bett, welches nur mit einer duennen Bastmatte anstelle einer Matratze ausgelegt war (und ich schreibe bewusst nicht "ausgepolstert").
Aber immerhin kam hier kein Regen hin und warm war es eh.
Am naechsten Morgen sah die Welt auch gleich viel besser aus, mit Sonnenschein usw. Auch war der Weg ploetzlich recht einfach zu finden (es ist ein Vorteil, wenn man die Schilder auch sehen kann) und so kam ich wenig spaeter in Hoi An an.
In Hoi An selber gabs dann eigentlich nicht viel zu tun, also verbrachte ich meine Zeit damit, am Strand rumzuhaengen, oder durch die Stadt zu latschen.
Klingt nicht spannend, aber mir gefiel die Stadt einfach so gut, dass ich 3 Tage blieb ;)
Danach gings dann weiter nach Da Nang, der 4. groessten Stadt Vietnams. Ich fand es da aber so langweilig, dass ich mir fuer den naechsten Tag einen Bus zurueck nach Nha Trang nahm. Das war leider nicht ganz billig, weil ich mein Motorrad mitnehmen musste (das hatte ich in Nha Trang ja gemietet und zurueck fahren konnte ich nicht, weil der Weg zu weit war). Immerhin war es ein Bus mit etwas, das als Betten angepriesen wird. Das sind in Wirklichkeit einfach nur sehr weit zurueck gekippte Sitze, aber immerhin ist es moeglich, die meiste Zeit da drin zu schlafen, die Fahrt startete naemlich gegen 8 abends und wir sollten zwischen 5 und 6 morgens ankommen.
Klappte auch soweit und ich erreichte den Strand von Nha Trang gerade puenktlich zum Sonnenaufgang. Weil es im Bus keine Dusche gab, tat ich es den zahlreichen Vietnamesen (das ist definitiv ein Volk der Fruehaufsteher) gleich und sprang kurzerhand mit den ersten Strahlen ins Meer, welches schon erstaunlich warm war.
Nach einem sehr ausgiebigen Bad folgte eine sehr ausgiebige Trocknung in der Sommersonne unter einer Palme (bis mich ein Vietnamese auf die Kokosnuesse aufmerksam machte, die offenbar nicht ganz ungafaehrlich sind).
Als der Start in einen guten Tag erfolgreich abgeschlossen war schwang ich mich wieder aufs Motorrad und fuhr zu dem Hotel, wo ich es geliehen hatte. Weil es noch recht frueh war, lagerte ich dort erstmal nur mein Gepaeck ein und klapperte noch einmal meine Lieblingsstellen der Stadt ab (bzw. Lieblingsrestaurants ;) ).
Ich war verbluefft, dass vom Tag immernoch so viel uebrig war und da beschloss ich, einmal die nahegelegenen heissen Quellen zu besuchen. Da gabs dann nochmal die volle Droehnung Enspannung mit Schlamm-/Heisswasserbad, Mineraldusche usw.
Als ich dann zum Hotel zurueck kam, war ich so ausgeglichen, dass es mich nicht im geringsten stoerte, als ein ploetzlicher und ungewoehnlich heftiger Monsun das Dach des Hotels einriss und alles unter Wasser setzte (im betroffenen Raum stand das Wasser etwa bis zu den Knien und das entlud sich zu einem Grossteil ueber die Treppe in die Rezeption, wo ich wartete). Es machte mich nur etwas nervoes, als das Gewitter gleich ueber uns war und die Blitze nicht sehr weit entfernt. Ich wollte nicht unbedingt dort im Wasser stehen, wenn ein Blitz einschlug! Es passierte aber nichts weiter, war ja auch schon schlimm genug.
Mit etwa 1 Std Verspaetung kam dann mein Bus nach Saigon und ich hatte wieder eine dieser komfortablen Uebernachtungen vor mir.
Von Saigon aus buchte ich mir am naechsten Morgen dann auch gleich im Anschluss einen Bus nach Phnom Penh in Cambodia und das bereuhe ich ein wenig. Zumindest einen Tag Pause haette ich mir das schon goennen koennen: wundert mich nicht, dass ich nach dem Grenzuebergang erst in einen falschen Bus einstieg, nur weil der auch weiss war ;)
In Phnom Penh wurde ich dann gleich von einem Tuk-Tuk-Fahrer aufgeladen (Tuk-Tuks sind quasi Mofas mit Kutschen hinten dran - manche sind da sehr professinell umgebaut, es gibt aber auch welche nach der "Tesafilm-Methode"), der mich zu einem guenstigen Hotel bringen konnte.
Anschliessend verbrachte ich den Tag wieder mal mit Sightseeing und am naechsten Tag probierte ich mal die empfohlene Massage von blinden Masseuren aus. Und das war wirklich gut und mit etwa 3€ fuer eine Stunde auch gerade noch bezahlbar ;)
Anschliessend war ich leider nur so entspannt, dass ich die Oeffnungszeit der beruehmten Silberpagode im Koenigspalast verpasste. Naja, das wird halt morgen gemacht, bevor ich wieder weiter fahre.
Wohin? Mensch, das ist noch ein Tag hin, da will ich mich doch nicht so festlegen!! :D
Samstag, 2. Oktober 2010
StVO auf Vietnamesisch
Ich bin jetzt schon eine ganze Weile mit dem Motorrad auf Vietnams Strassen unterwegs und ich dachte mir, ich schreibe mal einfach die hier geltenden Verkehrsregeln auf:
Wie so vieles, ist naemlich auch das Gesetz auf der Strasse ein etwas anderes, als in Deutschland.
Fangen wir mit dem Wichtigsten an:
Meistens ist Rechtsverkehr. Das bedeutet, dass gerade in der Naehe von Ausfahrten, Kreuzungen oder am Anfang/Ende von Einbahnstrassen Gegenverkehr auf der eigenen Spur gerechnet werden muss.
Der Buergersteig hat riesig zu sein, wo sonst sollten all die Mofas parken oder Strassenkuechen stehen? Fussgaenger werden gebeten, die Strasse zu benutzen.
Moechte ein Fussgaenger die Strasse ueberquehren, so ist ihm das ueberall, jederzeit und in jeder Verkehrssituation erlaubt. Aufmerksamkeit ist allerdings geboten, wenn sich Autos/Busse/LKW naehern, ihnen muss Vorfahrt gewaehrt werden. Aber dieses wird man dann anhand der Hupe erkennen.
Vorfahrt wird nach dem Gewicht des Fahrzeuges entschieden: je schwerer das Fahrzeug, desto hoehere Prioritaet in der Vorfahrt. Fuer weitere Details siehe Absatz "Hupe".
Ampeln sind eine empfohlene Richtlinie, um den Verkehr uebersichtlicher zu gestalten. Verkehrspolizisten sind im Uebrigen nicht autorisiert, Strafzettel auszustellen, duerfen daher ignoriert werden.
Gruenpfeil gilt immer an jeder Kreuzung.
Dunkelheit ist kein Grund, Lichter einzuschalten. Licht zu reinen Dekorationszwecken ist erlaubt, daher sind grell blinkende Bremslichter zB nicht selten (auch manche Blinker sind abenteuerlich). Grosse Fahrzeuge brauchen bei naechtlichem Gegenverkehr nicht abzublenden.
Hupe:
Im Normalgebrauch bedeutet
1xHupen: -
2xHupen: eigentlich nicht so wichtig
3xHupen: Schenk mir Aufmerksamkeit/Achtung
4xHupen: Guck, wie ich fahre. Ich habe weder vor zu bremsen, noch zu lenken!
5+xHupen: Ich bin schnell und du auf meiner Bahn, weg da!
Spezialfaelle:
Kreuzung: Ich habe Vorfahrt (wer als erster hupt, darf fahren).
Lautstarke/Tonhoehe der Hupe:
Je tiefer/lauter die Hupe, desto hoeher die "Authoritaet".
Das ist der Grund, warum viele Autos/Busse/LKW ueber unglaublich laute Hupen verfuegen (auch gerne verwendet: 2-Ton-Triller oder Echo-Effekte). Wenn so einer hinter einem hupt, weicht man sehr schnell aus, um einen Hoersturz zu vermeiden.
Uebrigens: Wenn LKW ueberholen wollen, dann machen die das auch. Dazu werden dann die Motorraeder von der Gegenfahrbahn zur Seite gehupt, sodass genug Platz zum Ausscheren ist (es kann vorkommen, dass das Motorrad rechts von der Strasse fahren und anhalten muss, da sonst die Strasse zu eng ist).
Kritische Manoever sind Rueckwaertsfahren und Abbiegen. Gerade groessere Fahrzeuge haben daher meist einen zusaetzlichen akkustischen Blinker (lautes Piepen) und der Rueckwaertsgang wird haeufig von einer Melodie begleitet, um die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer zu erregen.
Ladung:
Die einzigen Gesetze sind hier die physikalischen.
Geschwindigkeit:
Obwohl bereits vereinzelte Geschwindigkeitsschilder gesichtet wurden, gilt hier als Richtlinie die Beschaffenheit der Strasse. Es ist also in den meisten Faellen eine Geschwindigkeit von 40-60 kmh angemessen.
Das ist soweit das Grundgeruest, wenn man das drauf hat, sollte man im Verkehr eigentlich keine Probleme haben ;-)
Wo wir gerade beim Thema Verkehr sind: ich hatte gestern meinen ersten (und hoffentlich letzten) Platten, nachdem ich ueber einen Nagel gefahren bin. Zum Glueck passierte das bei etwa 30-40 kmh, denn nachdem die Luft raus war, fing der Lenker wie verrueckt an zu flattern. Ich schaffte es dann mit Hilfe von Hong, einem aelteren Vietnamesen, der darauf bestand, mich abzuschleppen, wieder zurueck in die Stadt, aus der ich gerade gekommen war, und dort konnte der Schlauch fuer etwa €1,50 ersetzt werden. Dauerte auch nur 10 min :-).
Jetzt bin ich uebrigens gerade in Kon Tum, was wohl auch meine letzte Station im Gebirge sein wird, denn mittlerweile hab ich hier fast Dauerregen. Morgen tu ich mir dann eine 300km Tour an, die mich hoffentlich bis nach Hoi An zurueck an die Kueste bringt. Das ist damit auch die laengste Tour, die ich an einem Stueck machen werde. Ich hoffe, es wird halbwegs ertraeglich, denn je nach dem, wie ich meinen Rucksack verschnuere, ist das Sitzen wegen Platzmangel ziemlich schnell sehr unbequehm.
Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis, falls ihr das nicht schon selber herausgefunden habt:
Ich habe links eine Slideshow eingebaut, wo ihr alle Fotos aus meinem Blog durchblaettern koennt. Wenn ihr eins in gross sehen wollt, einfach draufklicken.
Wie so vieles, ist naemlich auch das Gesetz auf der Strasse ein etwas anderes, als in Deutschland.
Fangen wir mit dem Wichtigsten an:
Meistens ist Rechtsverkehr. Das bedeutet, dass gerade in der Naehe von Ausfahrten, Kreuzungen oder am Anfang/Ende von Einbahnstrassen Gegenverkehr auf der eigenen Spur gerechnet werden muss.
Der Buergersteig hat riesig zu sein, wo sonst sollten all die Mofas parken oder Strassenkuechen stehen? Fussgaenger werden gebeten, die Strasse zu benutzen.
Moechte ein Fussgaenger die Strasse ueberquehren, so ist ihm das ueberall, jederzeit und in jeder Verkehrssituation erlaubt. Aufmerksamkeit ist allerdings geboten, wenn sich Autos/Busse/LKW naehern, ihnen muss Vorfahrt gewaehrt werden. Aber dieses wird man dann anhand der Hupe erkennen.
Vorfahrt wird nach dem Gewicht des Fahrzeuges entschieden: je schwerer das Fahrzeug, desto hoehere Prioritaet in der Vorfahrt. Fuer weitere Details siehe Absatz "Hupe".
Ampeln sind eine empfohlene Richtlinie, um den Verkehr uebersichtlicher zu gestalten. Verkehrspolizisten sind im Uebrigen nicht autorisiert, Strafzettel auszustellen, duerfen daher ignoriert werden.
Gruenpfeil gilt immer an jeder Kreuzung.
Dunkelheit ist kein Grund, Lichter einzuschalten. Licht zu reinen Dekorationszwecken ist erlaubt, daher sind grell blinkende Bremslichter zB nicht selten (auch manche Blinker sind abenteuerlich). Grosse Fahrzeuge brauchen bei naechtlichem Gegenverkehr nicht abzublenden.
Hupe:
Im Normalgebrauch bedeutet
1xHupen: -
2xHupen: eigentlich nicht so wichtig
3xHupen: Schenk mir Aufmerksamkeit/Achtung
4xHupen: Guck, wie ich fahre. Ich habe weder vor zu bremsen, noch zu lenken!
5+xHupen: Ich bin schnell und du auf meiner Bahn, weg da!
Spezialfaelle:
Kreuzung: Ich habe Vorfahrt (wer als erster hupt, darf fahren).
Lautstarke/Tonhoehe der Hupe:
Je tiefer/lauter die Hupe, desto hoeher die "Authoritaet".
Das ist der Grund, warum viele Autos/Busse/LKW ueber unglaublich laute Hupen verfuegen (auch gerne verwendet: 2-Ton-Triller oder Echo-Effekte). Wenn so einer hinter einem hupt, weicht man sehr schnell aus, um einen Hoersturz zu vermeiden.
Uebrigens: Wenn LKW ueberholen wollen, dann machen die das auch. Dazu werden dann die Motorraeder von der Gegenfahrbahn zur Seite gehupt, sodass genug Platz zum Ausscheren ist (es kann vorkommen, dass das Motorrad rechts von der Strasse fahren und anhalten muss, da sonst die Strasse zu eng ist).
Kritische Manoever sind Rueckwaertsfahren und Abbiegen. Gerade groessere Fahrzeuge haben daher meist einen zusaetzlichen akkustischen Blinker (lautes Piepen) und der Rueckwaertsgang wird haeufig von einer Melodie begleitet, um die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer zu erregen.
Ladung:Die einzigen Gesetze sind hier die physikalischen.
Geschwindigkeit:
Obwohl bereits vereinzelte Geschwindigkeitsschilder gesichtet wurden, gilt hier als Richtlinie die Beschaffenheit der Strasse. Es ist also in den meisten Faellen eine Geschwindigkeit von 40-60 kmh angemessen.
Das ist soweit das Grundgeruest, wenn man das drauf hat, sollte man im Verkehr eigentlich keine Probleme haben ;-)
Wo wir gerade beim Thema Verkehr sind: ich hatte gestern meinen ersten (und hoffentlich letzten) Platten, nachdem ich ueber einen Nagel gefahren bin. Zum Glueck passierte das bei etwa 30-40 kmh, denn nachdem die Luft raus war, fing der Lenker wie verrueckt an zu flattern. Ich schaffte es dann mit Hilfe von Hong, einem aelteren Vietnamesen, der darauf bestand, mich abzuschleppen, wieder zurueck in die Stadt, aus der ich gerade gekommen war, und dort konnte der Schlauch fuer etwa €1,50 ersetzt werden. Dauerte auch nur 10 min :-).
Jetzt bin ich uebrigens gerade in Kon Tum, was wohl auch meine letzte Station im Gebirge sein wird, denn mittlerweile hab ich hier fast Dauerregen. Morgen tu ich mir dann eine 300km Tour an, die mich hoffentlich bis nach Hoi An zurueck an die Kueste bringt. Das ist damit auch die laengste Tour, die ich an einem Stueck machen werde. Ich hoffe, es wird halbwegs ertraeglich, denn je nach dem, wie ich meinen Rucksack verschnuere, ist das Sitzen wegen Platzmangel ziemlich schnell sehr unbequehm.
Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis, falls ihr das nicht schon selber herausgefunden habt:
Ich habe links eine Slideshow eingebaut, wo ihr alle Fotos aus meinem Blog durchblaettern koennt. Wenn ihr eins in gross sehen wollt, einfach draufklicken.
Dienstag, 28. September 2010
Ab in die Berge
Mittlerweile hab ich mich mal etwas vom Strand loesen koennen und habe mich entschieden, ein wenig die Berge von Vietnam zu erkunden. Wie es dazu kam?
Nach Mũi Né und Nha Trang litt ich unter einer gewissen Ueberdosis Strand (ja, sowas schient es zu geben) und ich wollte mal ein bisschen von den ganzen Touristen weg kommen. Als ich dann erfuhr, dass ich in meinem Hotel Motorraeder fuer gut 2€/Tag mieten konnte, beschloss ich, mal eine Tour auf eigene Faust zu machen.
Ich mietete mir also bis zum 10/10/10 (ein tierisches Datum, oder? ;-) ) ein Motorrad (dass die Maschine mehr als doppelt so viel Hubraum hat, wie ich eigentlich fahren duerfte, hab ich gerade erst durch Recherchieren herausgefunden- ups^^) und machte mich damit auch gleich auf den Weg nach Westen: Đà Lạt.
Dabei war die wahrscheinlich groesste Herausforderung, meinen Rucksack ordentlich auf dem Sitz festzuzurren, eine Faehigkeit, mit der Vietnamesen uebrigens vorzueglich gesegnet sind: es gibt nichts, was ein Mann hochheben kann, was man nicht irgendwann mal auf einem Moped/Motorrad sehen kann.
Das faengt ganz harmlos mit einzelnen Riesenboxen an, die von hinten den Fahrer verbergen, da gibt es uralte Frauen, die ihre Kueche (2 Herde, Kochutensilien und kleine Boxen) durch die Gegend fahren, 5m lange Bambusbuendel, mehrere Riesenkoerbe (einer oben mittig, und je einer links/rechts) mit entweder tonnenweise Fruechten/Gemuese, oder einem Schwarm Gaense/Huehner (und hier rede ich von 15-20 Tieren) oder mehrere Hunde. Einer meinte auch mal, ein lebendes Schwein spazieren fahren zu muessen. Naja und dann gibt es da noch die Personentransporte, mein persoenlicher "Rekord" liegt bei einer 4-koepfigen Familie (was ich aber schon haeufiger gesehen habe), mein Schnorchel-Instructor erzaehle aber, dass er auch schon ein Motorrad mit 7 Personen gesehen hat. Das ist unmoeglich? Na, dann fragt mal einen Vietnamesen eures Vertrauens ;-).
Ich war da mit meinem grossen Rucksack hinten und dem Laptop+kleinen Rucksack vorne also etwa kanpp unter dem Durchschnitt.
Aber ich komme vom Thema ab.
Mit meinem provisorisch befestigten Rucksack - endlich hatte die 5m Reepschnur aus dem Kletterwald eine Verwendung gefunden - dueste ich also los. Als ich so langsam dem Ende der Stadt entgegen kam, fiel mir ein, woran ich bisher nicht gedacht hatte: eine Karte!
Also stoppte ich nochmal schnell an einer Buchhandlung und kaufte mir eine solche. Optimistisch ging ich nach draussen und bevor ich losfuhr, wollte ich mich orientieren. Ich musste dann aber feststellen, dass die Karte nur sehr spaerlich mit wesentlicher Information bestueckt war. Viel wichter schienen den "autoren" die unzaehligen kleinen und knallbunten Bildchen von Haeusern, Elefanten und Schiffchen - toll. Allein den Ort zu finden, wo ich hinwollte, kostete mich etwa 5 min.
Dann musste ich auch feststellen, dass es laut Karte ueberhaupt keinen direkten Weg von Nha Trang nach Đà Lạt gaebe. Weil ich anderer Meinung war, kramte ich meinen Kompass aus der Tasche und praegte mir mit Hilfe der Sonne ein, wo Westen war. Derart organisiert verliess ich also die Stadt.
Ich fuhr erstmal etwa 10 min und gerade als ich anfing, ein wenig zu zweifeln, zweigte eine Strasse nach rechts ab und auf dem Schild (es gab sogar ein Schild?! Wahnsinn :D) stand tatsaechlich "Đà Lạt".
Das hebte meine gute Laune ins unermessliche, auch wenn ich kurz danach versehentlich eine kleine Schlange ueberfuhr...
Nach ein paar Stunden erkannte ich dann am Stand der Sonne, dass ich etwas in die falsche Richtung fuhr. Nach etwa 10 km Hoffen, dass die Strasse wieder einen Linksknick macht, fragte ich dann einen Einwohner. Und tatsaechlich hatte ich eine Aussfahrt verpasst. Ploetzlich erkannte ich den immer noch lebenden Pfadfinder in mir - wozu brauch ich denn da noch eine Karte?^^
Wieder auf dem richtigen Weg, fing es dan aber auch bald an zu daemmern und ich war noch etwa 2-3 Std von Đà Lạt entfernt. Ich tankte also noch einmal voll auf und beschloss, in der naechsten Stadt ein Hotel zu suchen. Wie haette ich wissen koennen, dass nun die laengste unbesiedelte Strecke meiner Tour folgen wuerde? Die naechste groessere Stadt war naemlich schon Đà Lạt und nur kurz vorher gab es noch ein kleines Dorf.
Waehrend ich also fuhr, wurde ich ziemlich bald von vollstaendiger Dunkelheit umhuellt. Auch Verkehr gab es so gut wie keinen mehr, was mich da schon etwas misstrauisch machte. Etwas spaeter fing es dan auch noch an zu regnen und ich konnte sehen, dass ich geradewegs auf ein Gewitter zu fuhr. Zu allem Ueberfluss entstanden durch den warmen Asphalt teilweise extrem dichte Nebelfelder, die eine Sicht von ~10m zuliessen und mich damit auf etwa Schrittgeschwindigkeit zwangen. Nach etwa 1-2 Stunden kam ich dann in ein kleines Dorf, wo ich anhielt, um mich etwas zu waermen, es war naemlich empfindlich kalt geworden und T-Shirt, Kurze Hose und Flip-Flops sind da nicht die beste Kleidung!
Als ich nach einem Hotel fragte, bot mir die Familie, die das Café betrieb, an, bei ihnen zu schlafen, was ich gerne annahm.
Ich kam dann also am naechsten Morgen in Đà Lạt an und hatte so auch genug Zeit, mir die spaerlichen Sehenswuerdigkeiten anzuschauen und ein guenstiges Hotel zu finden.
Hier plante ich auch mit einem netten Tourguide meine weitere Route und so brach ich dann am naechsten Morgen auf nach Liên Sơn.
Auf dem Weg wurde mir klar, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, denn die Szenerie war unglaublich schoen und auch das Leben um die Strasse wurde immer abgefahrener: da waren am Rand zum Beispiel mittlerweile fast immer frei laufende Huehner, Hunde und Kuehe, ich musste mich ein paar Mal durch eine Herde Kuehe schlaengeln, die gerade ueber die Strasse getrieben wurden (ein Vietnamese vor mir wurde bei diesem Versuch von einer Kuh vom Mofa gerammt und ware dabei fast von der Bruecke in einen Fluss gefallen^^), ich begegnete auch enmal einem kleinen Jungen mit einem Wasserbueffel an der Leine und einmal, als ich auf dem Highway wendete, um nach dem Weg zu fragen, kamen mir ploetzlich 3 Elefanten entgegen (und die sind riesig, wenn man mal direkt neben denen steht!).
Auf dem Weg gab es natuerlich auch keine Restaurants in dem Sinne, es waren nur noch diese offenen Kuechen zu finden, mit diesen 40cm-Tischen und 20cm-Stuehlen. Aber mittlerweile hab ich mich da schon dran gewoehnt und so stoert mich das nicht mehr, wenn zwischen meinen Beinen Huehner durchrennen, oder am Nebentisch der Hausherr einen Hund haeutet (ok, zugegeben: das hat mich schon etwas irritiert ;-) ).
Um auch mal zu einem Punkt zu kommen, denn so eine Fahrt dauert ja auch nicht ewig (mein Hintern schreit erleichtert: Genau!): ich bin in einem Stueck in Liên Sơn angekommen, habe wieder fantastisches Essen fuer etwa €1,50 (jo, diesmal hab ich mir was teureres gegoennt ;-) ) gegessen und hier in ein Resort eingebucht.
Mal gucken, was man hier so machen kann, ihr hoert dann spater wieder von mir!
Nach Mũi Né und Nha Trang litt ich unter einer gewissen Ueberdosis Strand (ja, sowas schient es zu geben) und ich wollte mal ein bisschen von den ganzen Touristen weg kommen. Als ich dann erfuhr, dass ich in meinem Hotel Motorraeder fuer gut 2€/Tag mieten konnte, beschloss ich, mal eine Tour auf eigene Faust zu machen.
Ich mietete mir also bis zum 10/10/10 (ein tierisches Datum, oder? ;-) ) ein Motorrad (dass die Maschine mehr als doppelt so viel Hubraum hat, wie ich eigentlich fahren duerfte, hab ich gerade erst durch Recherchieren herausgefunden- ups^^) und machte mich damit auch gleich auf den Weg nach Westen: Đà Lạt.
Dabei war die wahrscheinlich groesste Herausforderung, meinen Rucksack ordentlich auf dem Sitz festzuzurren, eine Faehigkeit, mit der Vietnamesen uebrigens vorzueglich gesegnet sind: es gibt nichts, was ein Mann hochheben kann, was man nicht irgendwann mal auf einem Moped/Motorrad sehen kann.
Das faengt ganz harmlos mit einzelnen Riesenboxen an, die von hinten den Fahrer verbergen, da gibt es uralte Frauen, die ihre Kueche (2 Herde, Kochutensilien und kleine Boxen) durch die Gegend fahren, 5m lange Bambusbuendel, mehrere Riesenkoerbe (einer oben mittig, und je einer links/rechts) mit entweder tonnenweise Fruechten/Gemuese, oder einem Schwarm Gaense/Huehner (und hier rede ich von 15-20 Tieren) oder mehrere Hunde. Einer meinte auch mal, ein lebendes Schwein spazieren fahren zu muessen. Naja und dann gibt es da noch die Personentransporte, mein persoenlicher "Rekord" liegt bei einer 4-koepfigen Familie (was ich aber schon haeufiger gesehen habe), mein Schnorchel-Instructor erzaehle aber, dass er auch schon ein Motorrad mit 7 Personen gesehen hat. Das ist unmoeglich? Na, dann fragt mal einen Vietnamesen eures Vertrauens ;-).
Ich war da mit meinem grossen Rucksack hinten und dem Laptop+kleinen Rucksack vorne also etwa kanpp unter dem Durchschnitt.
Aber ich komme vom Thema ab.
Mit meinem provisorisch befestigten Rucksack - endlich hatte die 5m Reepschnur aus dem Kletterwald eine Verwendung gefunden - dueste ich also los. Als ich so langsam dem Ende der Stadt entgegen kam, fiel mir ein, woran ich bisher nicht gedacht hatte: eine Karte!
Also stoppte ich nochmal schnell an einer Buchhandlung und kaufte mir eine solche. Optimistisch ging ich nach draussen und bevor ich losfuhr, wollte ich mich orientieren. Ich musste dann aber feststellen, dass die Karte nur sehr spaerlich mit wesentlicher Information bestueckt war. Viel wichter schienen den "autoren" die unzaehligen kleinen und knallbunten Bildchen von Haeusern, Elefanten und Schiffchen - toll. Allein den Ort zu finden, wo ich hinwollte, kostete mich etwa 5 min.
Dann musste ich auch feststellen, dass es laut Karte ueberhaupt keinen direkten Weg von Nha Trang nach Đà Lạt gaebe. Weil ich anderer Meinung war, kramte ich meinen Kompass aus der Tasche und praegte mir mit Hilfe der Sonne ein, wo Westen war. Derart organisiert verliess ich also die Stadt.
Ich fuhr erstmal etwa 10 min und gerade als ich anfing, ein wenig zu zweifeln, zweigte eine Strasse nach rechts ab und auf dem Schild (es gab sogar ein Schild?! Wahnsinn :D) stand tatsaechlich "Đà Lạt".
Das hebte meine gute Laune ins unermessliche, auch wenn ich kurz danach versehentlich eine kleine Schlange ueberfuhr...
Nach ein paar Stunden erkannte ich dann am Stand der Sonne, dass ich etwas in die falsche Richtung fuhr. Nach etwa 10 km Hoffen, dass die Strasse wieder einen Linksknick macht, fragte ich dann einen Einwohner. Und tatsaechlich hatte ich eine Aussfahrt verpasst. Ploetzlich erkannte ich den immer noch lebenden Pfadfinder in mir - wozu brauch ich denn da noch eine Karte?^^
Wieder auf dem richtigen Weg, fing es dan aber auch bald an zu daemmern und ich war noch etwa 2-3 Std von Đà Lạt entfernt. Ich tankte also noch einmal voll auf und beschloss, in der naechsten Stadt ein Hotel zu suchen. Wie haette ich wissen koennen, dass nun die laengste unbesiedelte Strecke meiner Tour folgen wuerde? Die naechste groessere Stadt war naemlich schon Đà Lạt und nur kurz vorher gab es noch ein kleines Dorf.
Waehrend ich also fuhr, wurde ich ziemlich bald von vollstaendiger Dunkelheit umhuellt. Auch Verkehr gab es so gut wie keinen mehr, was mich da schon etwas misstrauisch machte. Etwas spaeter fing es dan auch noch an zu regnen und ich konnte sehen, dass ich geradewegs auf ein Gewitter zu fuhr. Zu allem Ueberfluss entstanden durch den warmen Asphalt teilweise extrem dichte Nebelfelder, die eine Sicht von ~10m zuliessen und mich damit auf etwa Schrittgeschwindigkeit zwangen. Nach etwa 1-2 Stunden kam ich dann in ein kleines Dorf, wo ich anhielt, um mich etwas zu waermen, es war naemlich empfindlich kalt geworden und T-Shirt, Kurze Hose und Flip-Flops sind da nicht die beste Kleidung!
Als ich nach einem Hotel fragte, bot mir die Familie, die das Café betrieb, an, bei ihnen zu schlafen, was ich gerne annahm.
Ich kam dann also am naechsten Morgen in Đà Lạt an und hatte so auch genug Zeit, mir die spaerlichen Sehenswuerdigkeiten anzuschauen und ein guenstiges Hotel zu finden.
Hier plante ich auch mit einem netten Tourguide meine weitere Route und so brach ich dann am naechsten Morgen auf nach Liên Sơn.
Auf dem Weg wurde mir klar, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, denn die Szenerie war unglaublich schoen und auch das Leben um die Strasse wurde immer abgefahrener: da waren am Rand zum Beispiel mittlerweile fast immer frei laufende Huehner, Hunde und Kuehe, ich musste mich ein paar Mal durch eine Herde Kuehe schlaengeln, die gerade ueber die Strasse getrieben wurden (ein Vietnamese vor mir wurde bei diesem Versuch von einer Kuh vom Mofa gerammt und ware dabei fast von der Bruecke in einen Fluss gefallen^^), ich begegnete auch enmal einem kleinen Jungen mit einem Wasserbueffel an der Leine und einmal, als ich auf dem Highway wendete, um nach dem Weg zu fragen, kamen mir ploetzlich 3 Elefanten entgegen (und die sind riesig, wenn man mal direkt neben denen steht!).
Auf dem Weg gab es natuerlich auch keine Restaurants in dem Sinne, es waren nur noch diese offenen Kuechen zu finden, mit diesen 40cm-Tischen und 20cm-Stuehlen. Aber mittlerweile hab ich mich da schon dran gewoehnt und so stoert mich das nicht mehr, wenn zwischen meinen Beinen Huehner durchrennen, oder am Nebentisch der Hausherr einen Hund haeutet (ok, zugegeben: das hat mich schon etwas irritiert ;-) ).
Um auch mal zu einem Punkt zu kommen, denn so eine Fahrt dauert ja auch nicht ewig (mein Hintern schreit erleichtert: Genau!): ich bin in einem Stueck in Liên Sơn angekommen, habe wieder fantastisches Essen fuer etwa €1,50 (jo, diesmal hab ich mir was teureres gegoennt ;-) ) gegessen und hier in ein Resort eingebucht.
Mal gucken, was man hier so machen kann, ihr hoert dann spater wieder von mir!
Montag, 20. September 2010
Mũi Né
Und schon bin ich wieder woanders.
Diesmal verschlug es mich nach Mũi Né, weil ich von den exzellenten Wassersportmoeglichkeiten gehoert hatte, die es dort gab.
Wie schon so oft, fuhr ich genau dann aus Saigon weiter, als ich anfing, die Stadt richtig zu moegen.
Meinen Bus buchte ich am spaeten Vormittag, fuer den fruehen Nachmittag und es klappte wunderbar ;-)
Um die Zeit rumzukriegen, besuchte ich endlich mal wieder einen Friseur und zahlte umgerechnet etwa 1,50€ fuer den vermutlich besten Schnitt, den ich bis dahin bekommen hatte - merkt ihr, warum ich diese Stadt mag? ;-)
Mit dem Bus hatte ich dann Glueck gehabt, denn meine Beine passten rein, ohne sich mindestens 2-mal falten zu muessen.
Ein paar Stunden und ein Kilo Bananen spaeter kamen wir dann in eine Stadt, wo der Busfahrer nach und nach einzelne Leute rausliess - offenbar wusste jeder, wo er hin musste. Ich wusste allerdings nicht mal, ob es ueberhaupt schon Mũi Né war, geschweige denn hatte ich irgendein Hotel ausgesucht, wo ich hin wollte. Als der Busfahrer dann irgendwann hielt und fast alle ausstiegen, ging ich einfach mit raus und mir folgten dann auch die letzten, offenbar ebenso Unentschlossenen. Ich fragte dann in dem Resort, vor dem wir abgesetzt wurden und die hatten noch einen Schlafraum fuer 6 Personen fuer 4€. Klang gut, also checkte ich kurz entschlossen ein.
Ich lernte auch bald meinen Zimmergenossen kennen: Phil, der mit dem Rauschebart und Dreads, der offenbar mit jedem, den er traf, Freundschaft schloss. Da es schon Abend war, fand er auch gleich einen Grund, mir schonmal die oertlichen Bars zu zeigen, da kannte er sich ziemlich gut aus ;-)
Am naechsten Tag fuhr ich dann mit ein paar Englaendern aus der Nachbarschaft zu den Sandduenen, die etwa 30 Min ausserhalb der Stadt lagen.
Dort angekommen, war es ploetzlich wie, als wuerden wir mitten in einer Wueste stehen und dementsprechend waren auch die Temperaturen. Was ich erst spaeter erfuhr war, dass Mũi Né tatsaechlich am Rande einer Wueste liegt, welche das trockenste Klima in ganz Suedostasien hat! Daher haben wir hier trotz Regenzeit eigentlich immer gutes Wetter (Morgens warm, Mittags heiss, Nachmittags kommt dann eine sehr angenehme Brise auf und Abends/Nachts sinken die Temperaturen auf angenehme ~25°).
In dieser Duenenlandschaft gab es also auch nichts, ausser grosse Sandhuegel, also liehen wir uns so selbstgebastelte Schlitten und bretterten die Huegel runter.
Es fing erst harmlos mit einer kurzen und recht flachen Piste an, endete dann aber in einer etwa 50m langen und extrem steilen Abfahrt, die fast immer in spektakulaeren Ueberschlaegen endete, weil wir bei dem Versuch zu bremsen, meist sofort vom "Schlitten" geschleudert wurden...

Danach schauten wir uns noch etwas die interessante Umgebung an und fuhren dann zurueck zum Hotel.
Da mir das erstmal genug Action war, verbrachte ich dann den naechsten Tag damit, am Strand zu liegen und den Surfern beim Surfen zuzusehen, bevor ich mich in das Bambushuettenrestaurant setzte und mit Blick auf den Sonnenuntergang ueber dem Meer ein irre billiges Abendessen ass :-)
Wie ihr seht, racker ich mich hier ganz schoen ab, ich weiss ja nicht, ob ich das noch lange durchhalte ;-)
Aber ich halte euch auf dem Laufenden.
Diesmal verschlug es mich nach Mũi Né, weil ich von den exzellenten Wassersportmoeglichkeiten gehoert hatte, die es dort gab.
Wie schon so oft, fuhr ich genau dann aus Saigon weiter, als ich anfing, die Stadt richtig zu moegen.
Meinen Bus buchte ich am spaeten Vormittag, fuer den fruehen Nachmittag und es klappte wunderbar ;-)
Um die Zeit rumzukriegen, besuchte ich endlich mal wieder einen Friseur und zahlte umgerechnet etwa 1,50€ fuer den vermutlich besten Schnitt, den ich bis dahin bekommen hatte - merkt ihr, warum ich diese Stadt mag? ;-)
Mit dem Bus hatte ich dann Glueck gehabt, denn meine Beine passten rein, ohne sich mindestens 2-mal falten zu muessen.
Ein paar Stunden und ein Kilo Bananen spaeter kamen wir dann in eine Stadt, wo der Busfahrer nach und nach einzelne Leute rausliess - offenbar wusste jeder, wo er hin musste. Ich wusste allerdings nicht mal, ob es ueberhaupt schon Mũi Né war, geschweige denn hatte ich irgendein Hotel ausgesucht, wo ich hin wollte. Als der Busfahrer dann irgendwann hielt und fast alle ausstiegen, ging ich einfach mit raus und mir folgten dann auch die letzten, offenbar ebenso Unentschlossenen. Ich fragte dann in dem Resort, vor dem wir abgesetzt wurden und die hatten noch einen Schlafraum fuer 6 Personen fuer 4€. Klang gut, also checkte ich kurz entschlossen ein.
Dort angekommen, war es ploetzlich wie, als wuerden wir mitten in einer Wueste stehen und dementsprechend waren auch die Temperaturen. Was ich erst spaeter erfuhr war, dass Mũi Né tatsaechlich am Rande einer Wueste liegt, welche das trockenste Klima in ganz Suedostasien hat! Daher haben wir hier trotz Regenzeit eigentlich immer gutes Wetter (Morgens warm, Mittags heiss, Nachmittags kommt dann eine sehr angenehme Brise auf und Abends/Nachts sinken die Temperaturen auf angenehme ~25°).
| Die Wueste bei Mũi Né |
Es fing erst harmlos mit einer kurzen und recht flachen Piste an, endete dann aber in einer etwa 50m langen und extrem steilen Abfahrt, die fast immer in spektakulaeren Ueberschlaegen endete, weil wir bei dem Versuch zu bremsen, meist sofort vom "Schlitten" geschleudert wurden...
| Der Blick von meinem Lieblingsrestaurant aus |
Wie ihr seht, racker ich mich hier ganz schoen ab, ich weiss ja nicht, ob ich das noch lange durchhalte ;-)
Aber ich halte euch auf dem Laufenden.
Donnerstag, 16. September 2010
Level 2: Vietnam
Vorneweg muss ich erst mal schreiben: ich bin erleichtert, die ersten beiden Tage in Saigon ueberstanden zu haben. Denn wer jetzt glaubt, dass man hier so ein bisschen Sightseeing macht, entspannt durch die Stadt spaziert und sich dann vielleicht gemuetlich in einen Park setzt, hat weit gefehlt (wie ich).
Als ich ankam, fiel mir zuerst die wohl offensichtlichste Schwierigkeit auf: der Verkehr. Stellt euch einfach den Rushhour-Verkehr einer Grosstadt vor. Dann habt ihr etwa die Menge der Verkehrsteilnehmer. Dann 3 Informationen: in Vietnam wird rechts gefahren; meistens. Das groessere Fahrzeug hat immer Vorfahrt. Ampeln und Verkehrspolizisten sind kein Gesetz, sondern eine grobe Richtlinie (Funfact hinterher: Saigon beinhaltet 9 Mio Einwohner und 10 Mio Mopeds - und die meisten von denen scheinen nonstop unterwegs zu sein). Ausserdem gilt man scheinbar als unhoeflich, wenn man laenger als 30 Sekunden die Hupe nicht betaetigt, es gibt also schonmal nur hoefliche Menschen in Saigon.
Als ich aus dem Bus, den ich vom Airport aus genommen hatte, ausstieg, war nach 100m auch schon gleich eine dieser grossen furchteinfloessenden Strassen im Weg. Ich schnappte mir also einen Einheimischen, und folgte ihm dicht ueber die Strasse.
Und es funktioniert tatsaechlich: wenn man einfach langsam vorwaerts geht, fliesst der Verkehr dynamisch um einen herum. Machte irgendwie Spass :D
Ich folgte der Karte meines Lonely Planets, bis ich schliesslich ungefaehr dort angekommen war, wo ich mein Hostel vermutete, aber als ich gefragt wurde, wo ich hinwollte, musste ich erfahren, dass es dieses Hostel gar nicht mehr gab. Was fuer ein Zufall, dass die nette Dame aber ein anderes Hotel kannte, welches guenstig war.
Naja, immerhin war es wirklich guenstig, also checkte ich fuer erstmal eine Nacht ein.
Danach versuchte ich einen meiner Erkundungsspaziergaenge durch die Stadt, was aber im Prinzip ein staendiges Abschuetteln von Menschen war, die mir Buecher, Blumen oder Feuerzeuge verkaufen wollten, oder mich unbedingt mit ihrem Mofa oder Taxi irgendwo hin fahren wollten.
Es gibt naemlich 2 offiziell anerkannte Zeichen in Vietnam:
1) Westliches Aussehen (je blonder die Haare, desto starker das Signal) bedeutet: "Ich habe Geld und will diesen getrockneten Oktopus gerne kaufen. Danach moechte ich liebend gern dort drueben hingefahren werden, weil ich mir unbedingt noch einen Teppich und eine Haengematte zulegen will. Achja: ihr Hotel moechte ich bitte buchen und anschliessend hier essen gehen - vielen Dank"
2) Rucksack auf dem Ruecken (je groesser, desto dringender): "Schaut mich alle an, ich habe keine Unterkunft. Bitte, bitte, bietet mir doch ein Hotelzimmer an, auch wenn ich sage, nein danke, ich habe schon gebucht. Achja: dieser Oktopus sieht interessant aus"
Ich kam also bald wieder in mein Hotel zurueck, wo ich dann auch meine beiden Zimmernachbarn kennenlernte: eine Japanerin und Bo, einen Amerikaner. Wir unterhielten uns etwas und Bo und ich entschieden dann, noch einen Trinken zu gehen, das kann ich mir ja zum Glueck in Vietnam wieder leisten!
Er war allerdings ein bisschen komisch, erinnerte mich irgendwie an einen Junkie (wunderte mich nicht besonders, als er dann tatsaechlich Gras und Koks kaufte). Am naechsten Morgen checkte ich dann wieder aus, weil ich ein anderes Hotel gefunden hatte, was etwas teurer war, aber viel besser. Erst hatten Bo und ich vorbeghabt, uns das Zimmer zu teilen, um Geld zu sparen, aber ich hatte nachdem ich ihn naeher kennengelernt hatte kein besonders grosses Interesse mehr daran und als ich ihn am naechsten Morgen weckte und darauf ansprach, brummte er mich nur an, er hatte es also wohl auch nicht mehr vor. Das Dumme an der Situation war leider nur, dass ich schon ein Pfand von etwa US$10 fuer das Zimmer baezahlt hatte, und selbst als ich 10 Minuten spaeter wiederkam und sagte, ich wolle das Zimmer doch nicht, wollte der Rezeptionist mein Geld natuerlich nicht rausruecken. Ich sagte ihm dann, er solle wen anders da einbuchen und wenn ich wieder kaeme, wollte ich das Pfand wiederhaben, womit er auch einverstanden war (fuer den Fall, dass er jemanden faende).
Ich wollte an dem Tag dann eigentlich eine Sightseeing Tour durch die Stadt machen, stattdessen geriet ich dann fast in einen Gluecksspielbetrug, wo ich mich aber zu Glueck noch entfernen konnte und zwar in Begleitung meines Geldes - ich haette nicht gedacht, dass man so schnell in sowas reingeraten koennte, gerade weil ich mich eigentlich schon recht misstrauisch finde.
Am Abend ging ich dann in das Hotel zurueck und fragte nach meinem Pfand, aber er hatte niemanden gefunden. Allerdings fand ich dann eine Chinesin, die auch sparen wollte, und so teilten wir uns dann das Zimmer und mein Geld war doch nicht verloren.
Den naechsten Tag verbrachte ich dann wirklich mit Sightseeing, was aber nicht besonders aufregend war, von ein oder zwei ganz netten Parks und dem Verkehr abgesehen.
Am Tag darauf entschied ich mich dann fuer den ultimativen Kick: Moped fahren lernen im Rushhour-Verkehr von Saigon (aber ich habe den Verdacht, in Saigon ist immer Rushhour). Und nicht nur das, natuerlich musste Carrie, die Chinesin mitfahren, was das ganze Unterfangen technisch nicht gerade einfacher machte (mal ganz abgesehen von dem psychischen Druck, denn einen Unfall wollte ich jezt erst recht nicht bauen).
Aber dank guter Reflexe ... (der Vietnamesen :P) kam es innerhalb der ersten 5 Minuten fast wider Erwarten zu keinem Unfall und danach hatte ich den Bogen raus.
Eigentlich wollten wir den Fluss erkunden, aber der stellte sich nur als truebe braune Bruehe heraus, und Ufer waren nicht vorhanden. Ein Fehlgriff also.
Weil ich es mir in den Kopf gesetzt hatte, ein paar Brocken Vietnamesisch zu lernen, fuehrte uns der naechste Weg dann zur Uni, wo aber gerade so massiv umgebaut wurde, dass nichts zu finden war. Die Vietnamesen vor Ort konnten uns auch nicht helfen, weil die kein Englisch sprachen - was fuer eine Ironie.
Natuerlich fiel in gerade diesem Moment dem Wetter ein, dass ja noch Regenzeit ist und es beschloss, dass ein Monsun jetzt genau das richtige waere - da oben hatte jemand wirklich Humor.
Wir wollten erst auf ein Ende warten, aber nach einer Stunde gaben wir auf, denn Carrie musste zum Flughafen. Als die Vietnamesen sahen, was wir vorhatten, kramten sie uns so Muellsack-artige Regenponchos raus, damit wir nicht so nass wuerden - wieder einmal war ich von der Gastfreundlichkeit etwas ueberrascht!
Nach Hause ging es dann halb blind, weil der Regen so stark war, dass ich die Augen kaum aufmachen konnte und auch das Moped musste beweisen, dass es durch Fluesse fahren konnte, die frueher mal eine Strasse gewesen waren, aber wir kamen rechtzeitig und unversehrt an.
Tja, der naechste Tag lief dann etwas ruhiger ab, und da entschied ich mich spontan, als ich an einem Reisebuero vorbei lief, dass ich mal so eine Tagestour mitmachen wollte (~5€: dass das schon meine Schmerzgrenze kitzelte macht mich gleichzeitig nachdenklich und stolz. Aber 140000 VND klingt da schon etwas furchteinfloessender, oder? ;-). Ausserdem haben meine etwa 100€ Startkapital selbst nach Tag 6 noch Bestand, nach Malaysia muss ich mich halt etwas zusammen reissen).
Die, die ich waehlte, schliess den Besuch in einem Tempel und einem alten Vietcong-Lager ein.
Der Tempel entpuppte sich als ziemlich interessant und auch die Religion, ein Mix aus Hinduismus, Thaoismus, Buddhismus und Katholizismus (ich glaub, eine mehr war noch drin), war, sagen wir, ziemlich kreativ.
Im Vietcong-Lager lernten wir dann etwas ueber den Vietnamkrieg aus der Sicht Vietnams (Propagandavideo inklusive), durften durch einen nachgebauten Kriegstunnel kriechen (100m lang und etwa 50cm hoch), durch den ich an der engsten Stelle auf Ellenbogen und Knien gerade noch durchpasste - und der war doppelt so gross, wie der eigentliche Tunnel. Das war eine Taktik der Vietnamesen, denn da die recht klein sind, passten ihre Soldaten da durch, die Amerikaner blieben stecken.
Wir schauten uns dann noch ein paar furchteinfloessende Fallen an und anschliessend war es uns erlaubt, wenn wir uns die horrend teure Munition leisten konnten, mit originalen Gewehren aus dem Vietnamkrieg auf Zielscheiben zu schiessen.
Ich hatte gerade noch genug Geld fuer 2 Patronen der AK-47 uebrig, das wollte ich mir aber auch nicht nehmen lassen.
Zuerst mal ist es Wahnsinn, was das Ding fuer einen Rueckstoss hat. Waere das Gewehr nicht aufmontiert gewesen, haette mich das sicher gut umgehaun. Dann aber das Zielen fand ich gar nicht so schwer, ich wurde sogar gefragt, ob ich schon Erfahrung im Schiessen haette, was ich als (zumindest zukuenftiger) Kriegsdienstverweigerer aber verneinen musste ;-).
Nachdem wir danach dann so komische Wurzeln gegessen und Tee getrunken hatten, gings auch wieder zurueck, sogar bis fast vor die Haustuere.
Und gleich ziehe ich los, um zu entscheiden, ob ich in Saigon noch etwas bleiben will oder es vielleicht morgen schon weiter geht - ich habe gelernt, die Spontanitaet ein wenig mehr zu schaetzen ;-).
Bis dann
Hinten dran: Ich habe mal ein Votingsystem eingebaut fuer alle, die keine Lust haben, Kommentare zu schreiben. Klickt einfach auf den/die jeweiligen Button(s) und fertig ist euer Voting. Das koennt ihr auch bei aelteren Posts machen. Ich freu mich ueber jede Rueckmeldung :-)
Als ich ankam, fiel mir zuerst die wohl offensichtlichste Schwierigkeit auf: der Verkehr. Stellt euch einfach den Rushhour-Verkehr einer Grosstadt vor. Dann habt ihr etwa die Menge der Verkehrsteilnehmer. Dann 3 Informationen: in Vietnam wird rechts gefahren; meistens. Das groessere Fahrzeug hat immer Vorfahrt. Ampeln und Verkehrspolizisten sind kein Gesetz, sondern eine grobe Richtlinie (Funfact hinterher: Saigon beinhaltet 9 Mio Einwohner und 10 Mio Mopeds - und die meisten von denen scheinen nonstop unterwegs zu sein). Ausserdem gilt man scheinbar als unhoeflich, wenn man laenger als 30 Sekunden die Hupe nicht betaetigt, es gibt also schonmal nur hoefliche Menschen in Saigon.
Als ich aus dem Bus, den ich vom Airport aus genommen hatte, ausstieg, war nach 100m auch schon gleich eine dieser grossen furchteinfloessenden Strassen im Weg. Ich schnappte mir also einen Einheimischen, und folgte ihm dicht ueber die Strasse.
Und es funktioniert tatsaechlich: wenn man einfach langsam vorwaerts geht, fliesst der Verkehr dynamisch um einen herum. Machte irgendwie Spass :D
Ich folgte der Karte meines Lonely Planets, bis ich schliesslich ungefaehr dort angekommen war, wo ich mein Hostel vermutete, aber als ich gefragt wurde, wo ich hinwollte, musste ich erfahren, dass es dieses Hostel gar nicht mehr gab. Was fuer ein Zufall, dass die nette Dame aber ein anderes Hotel kannte, welches guenstig war.
Naja, immerhin war es wirklich guenstig, also checkte ich fuer erstmal eine Nacht ein.
Danach versuchte ich einen meiner Erkundungsspaziergaenge durch die Stadt, was aber im Prinzip ein staendiges Abschuetteln von Menschen war, die mir Buecher, Blumen oder Feuerzeuge verkaufen wollten, oder mich unbedingt mit ihrem Mofa oder Taxi irgendwo hin fahren wollten.
Es gibt naemlich 2 offiziell anerkannte Zeichen in Vietnam:
1) Westliches Aussehen (je blonder die Haare, desto starker das Signal) bedeutet: "Ich habe Geld und will diesen getrockneten Oktopus gerne kaufen. Danach moechte ich liebend gern dort drueben hingefahren werden, weil ich mir unbedingt noch einen Teppich und eine Haengematte zulegen will. Achja: ihr Hotel moechte ich bitte buchen und anschliessend hier essen gehen - vielen Dank"
2) Rucksack auf dem Ruecken (je groesser, desto dringender): "Schaut mich alle an, ich habe keine Unterkunft. Bitte, bitte, bietet mir doch ein Hotelzimmer an, auch wenn ich sage, nein danke, ich habe schon gebucht. Achja: dieser Oktopus sieht interessant aus"
Ich kam also bald wieder in mein Hotel zurueck, wo ich dann auch meine beiden Zimmernachbarn kennenlernte: eine Japanerin und Bo, einen Amerikaner. Wir unterhielten uns etwas und Bo und ich entschieden dann, noch einen Trinken zu gehen, das kann ich mir ja zum Glueck in Vietnam wieder leisten!
Er war allerdings ein bisschen komisch, erinnerte mich irgendwie an einen Junkie (wunderte mich nicht besonders, als er dann tatsaechlich Gras und Koks kaufte). Am naechsten Morgen checkte ich dann wieder aus, weil ich ein anderes Hotel gefunden hatte, was etwas teurer war, aber viel besser. Erst hatten Bo und ich vorbeghabt, uns das Zimmer zu teilen, um Geld zu sparen, aber ich hatte nachdem ich ihn naeher kennengelernt hatte kein besonders grosses Interesse mehr daran und als ich ihn am naechsten Morgen weckte und darauf ansprach, brummte er mich nur an, er hatte es also wohl auch nicht mehr vor. Das Dumme an der Situation war leider nur, dass ich schon ein Pfand von etwa US$10 fuer das Zimmer baezahlt hatte, und selbst als ich 10 Minuten spaeter wiederkam und sagte, ich wolle das Zimmer doch nicht, wollte der Rezeptionist mein Geld natuerlich nicht rausruecken. Ich sagte ihm dann, er solle wen anders da einbuchen und wenn ich wieder kaeme, wollte ich das Pfand wiederhaben, womit er auch einverstanden war (fuer den Fall, dass er jemanden faende).
Ich wollte an dem Tag dann eigentlich eine Sightseeing Tour durch die Stadt machen, stattdessen geriet ich dann fast in einen Gluecksspielbetrug, wo ich mich aber zu Glueck noch entfernen konnte und zwar in Begleitung meines Geldes - ich haette nicht gedacht, dass man so schnell in sowas reingeraten koennte, gerade weil ich mich eigentlich schon recht misstrauisch finde.
Am Abend ging ich dann in das Hotel zurueck und fragte nach meinem Pfand, aber er hatte niemanden gefunden. Allerdings fand ich dann eine Chinesin, die auch sparen wollte, und so teilten wir uns dann das Zimmer und mein Geld war doch nicht verloren.
Den naechsten Tag verbrachte ich dann wirklich mit Sightseeing, was aber nicht besonders aufregend war, von ein oder zwei ganz netten Parks und dem Verkehr abgesehen.
Am Tag darauf entschied ich mich dann fuer den ultimativen Kick: Moped fahren lernen im Rushhour-Verkehr von Saigon (aber ich habe den Verdacht, in Saigon ist immer Rushhour). Und nicht nur das, natuerlich musste Carrie, die Chinesin mitfahren, was das ganze Unterfangen technisch nicht gerade einfacher machte (mal ganz abgesehen von dem psychischen Druck, denn einen Unfall wollte ich jezt erst recht nicht bauen).
Aber dank guter Reflexe ... (der Vietnamesen :P) kam es innerhalb der ersten 5 Minuten fast wider Erwarten zu keinem Unfall und danach hatte ich den Bogen raus.
Eigentlich wollten wir den Fluss erkunden, aber der stellte sich nur als truebe braune Bruehe heraus, und Ufer waren nicht vorhanden. Ein Fehlgriff also.
Weil ich es mir in den Kopf gesetzt hatte, ein paar Brocken Vietnamesisch zu lernen, fuehrte uns der naechste Weg dann zur Uni, wo aber gerade so massiv umgebaut wurde, dass nichts zu finden war. Die Vietnamesen vor Ort konnten uns auch nicht helfen, weil die kein Englisch sprachen - was fuer eine Ironie.
Natuerlich fiel in gerade diesem Moment dem Wetter ein, dass ja noch Regenzeit ist und es beschloss, dass ein Monsun jetzt genau das richtige waere - da oben hatte jemand wirklich Humor.
Wir wollten erst auf ein Ende warten, aber nach einer Stunde gaben wir auf, denn Carrie musste zum Flughafen. Als die Vietnamesen sahen, was wir vorhatten, kramten sie uns so Muellsack-artige Regenponchos raus, damit wir nicht so nass wuerden - wieder einmal war ich von der Gastfreundlichkeit etwas ueberrascht!
Nach Hause ging es dann halb blind, weil der Regen so stark war, dass ich die Augen kaum aufmachen konnte und auch das Moped musste beweisen, dass es durch Fluesse fahren konnte, die frueher mal eine Strasse gewesen waren, aber wir kamen rechtzeitig und unversehrt an.
Tja, der naechste Tag lief dann etwas ruhiger ab, und da entschied ich mich spontan, als ich an einem Reisebuero vorbei lief, dass ich mal so eine Tagestour mitmachen wollte (~5€: dass das schon meine Schmerzgrenze kitzelte macht mich gleichzeitig nachdenklich und stolz. Aber 140000 VND klingt da schon etwas furchteinfloessender, oder? ;-). Ausserdem haben meine etwa 100€ Startkapital selbst nach Tag 6 noch Bestand, nach Malaysia muss ich mich halt etwas zusammen reissen).
Die, die ich waehlte, schliess den Besuch in einem Tempel und einem alten Vietcong-Lager ein.
Der Tempel entpuppte sich als ziemlich interessant und auch die Religion, ein Mix aus Hinduismus, Thaoismus, Buddhismus und Katholizismus (ich glaub, eine mehr war noch drin), war, sagen wir, ziemlich kreativ.
Im Vietcong-Lager lernten wir dann etwas ueber den Vietnamkrieg aus der Sicht Vietnams (Propagandavideo inklusive), durften durch einen nachgebauten Kriegstunnel kriechen (100m lang und etwa 50cm hoch), durch den ich an der engsten Stelle auf Ellenbogen und Knien gerade noch durchpasste - und der war doppelt so gross, wie der eigentliche Tunnel. Das war eine Taktik der Vietnamesen, denn da die recht klein sind, passten ihre Soldaten da durch, die Amerikaner blieben stecken.
Wir schauten uns dann noch ein paar furchteinfloessende Fallen an und anschliessend war es uns erlaubt, wenn wir uns die horrend teure Munition leisten konnten, mit originalen Gewehren aus dem Vietnamkrieg auf Zielscheiben zu schiessen.
Ich hatte gerade noch genug Geld fuer 2 Patronen der AK-47 uebrig, das wollte ich mir aber auch nicht nehmen lassen.
Zuerst mal ist es Wahnsinn, was das Ding fuer einen Rueckstoss hat. Waere das Gewehr nicht aufmontiert gewesen, haette mich das sicher gut umgehaun. Dann aber das Zielen fand ich gar nicht so schwer, ich wurde sogar gefragt, ob ich schon Erfahrung im Schiessen haette, was ich als (zumindest zukuenftiger) Kriegsdienstverweigerer aber verneinen musste ;-).
Nachdem wir danach dann so komische Wurzeln gegessen und Tee getrunken hatten, gings auch wieder zurueck, sogar bis fast vor die Haustuere.
Und gleich ziehe ich los, um zu entscheiden, ob ich in Saigon noch etwas bleiben will oder es vielleicht morgen schon weiter geht - ich habe gelernt, die Spontanitaet ein wenig mehr zu schaetzen ;-).
Bis dann
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